Essbar

Harte Nuss

Um genau 3.57 Uhr war heute am ganz frühen Morgen meine Nacht zuende. Püh, sowas Blödes. Ich bin noch müde und finde dennoch nicht mehr zurück in den Schlaf. So habe ich zu nachtschlafender Zeit eben die erste Mail in mein Telefon geklöppelt, alle Zeit will effektiv genutzt werden. Haha.

Vierter

Zuerst kam die Liebe. Jetzt kommt die Weisheit. Mal sehen, was mich morgen in der täglichen Nuss erfreut.

Endlich!

Heute endlich, nach Tagen mit allerlei grauen Schattierungen am Himmel, gab es wieder blauen Himmel und Sonnenschein, dazu beinahe frühlingshafte Temperaturen. Welch Wohltat für mein knickriges Seelchen. Welch Qual für meinen Kopf und den Kreislauf. So ein Hin und Her bekommt mir gar nicht gut. Aber die Freude über die Sonne überwiegt eindeutig.

Frangipani

Mein Büro im Handkusshaus ist ein stets mucklig warmes Kabüffchen, obschon ich dennoch immer friere. Ein Kollege, der beinahe jedes Jahr auf Bali urlaubt und sich bereits mehrfach in der Aufpäppelung von Frangipanis versucht hat, brachte mir heute ein erfolgreich angewachsenes Hölzchen ins Büro, damit es bei mir überwintern kann. Er hat mir im letzten Frühjahr auch so ein Hölzchen von Bali mitgebracht, leider hatte ich kein Glück. So darf ich jetzt auf Horst aufpassen, ihn hegen und pflegen. Hoffentlich verkacke ich das nicht. Horst muss im kommenden Frühjahr auch noch leben.

Geschenk

Dienstlich habe ich viel mit der AOK zu tun. Ich war in meinem Leben noch nie so viel bei meiner Krankenkasse wie in den letzten drei Jahren. Man kennt sich, man hilft sich, ich mag die Beratungsdamen durch die Bank weg. Heute gabs Schokolade. Für mich. Ich habe mich gefreut. Sind so kleine Gesten, die viel Wonne im Bauch bescheren.

Überhaupt war heute ein guter Tag. Und wenn ich auch noch den morgigen überstanden habe, fällt eine mittelschwere Last von mir ab. Darauf freue ich mich jetzt einfach mal. Ausgiebig. Und lebe die Liebe.

 

Nichts ist so schön und ehrenhaft, als wahrhaft und wie es sich gehört ein Mensch zu sein, und keine Kunst so schwer wie die, dieses Leben recht und natürlich zu leben; und die schrecklichste unserer Krankheiten ist die Verachtung unseres eigenen Wesens.

Montaigne

 

 

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Frischluftbetankung

Auch wenn die Tage hier seit Tagen ihrem Namen so gar nicht mehr gerecht werden wollen – bevor es richtig hell wird, wird es schon wieder dunkel – wir haben uns trotzdem aufgemacht, die Welt zu erkunden, frische Luft zu schnappen und uns warm zu laufen. Das ist uns hervorragend gelungen.

Verwandtschaft

Auguste?

bonjour tristesse

Anderthalb Stunden später waren unsere Wangen und Nasenspitzen apfelrot eingefärbt, Hände und Füße muckelig warm, der Kopf ein wenig freigepustet. Ich habe Tee gekocht und Baumkuchen auf den Tisch gestellt. Es ist Advent.

Genießen im Advent
 

Wenn wir bis an die Wurzeln aufrichtig mit uns selber sind, bis an die Wurzeln gewillt, uns der Wahrheit zu öffnen, und bis an die Wurzeln der Liebe verpflichtet, dann haben wir die radikale Absicht, die uns führen und uns die Kraft geben wird, alles Verdrängte nach und nach ans Licht des Bewusstseins zu holen und durch die Liebe unseres Herzens zu erlösen.

Safi Nidiaye

 

 

Как я купила российский шоколад (Wie ich russische Schokolade kaufte)

Natürlich hatte ich während meiner Schulzeit russische Brieffreundschaften. Russisch als Sprache lag mir irgendwie, auch wenn ich einen Muttersprachler vermutlich nicht verstanden hätte, die reden bekanntlich so schnell wie eine Stalinorgel herumorgelt. Aber für den brieflichen Austausch waren meine Kenntnisse durchaus bestens geeignet.

Brieffreundschaften mit russischen Kindern waren der Einstieg in eine ferne, bunte Welt, denn die russischen Brieffreunde schrieben nicht einfach nur Briefe, falteten diese in einen Briefumschlag, klebte eine Briefmarke drauf und ab ging die Post. Neiiiiin, das wäre einem russischen Brieffreund viel zu schnöde. Meine Freunde hatten alle traumschöne Handschriften, die ich immer bewundert habe. Mir gelang es nie, die kyrillsche Schrift so verträumt und romantisch aufs Papier zu bringen. Das Beste war aber, dass meine Freunde keine Briefe, sondern halbe Briefpakete schickten. Ich bekam russische Pionier-Halstücher, Postkarten, Photos sowie buntes Bonbon- und Schokoladen-Papier geschickt. Ich liebte diesen kleinen stets bunten Einblick in das russische Leben sehr, so sehr, dass ich bis heute eine Schwäche für dieses Land habe. Natürlich mag ich nicht alles gutheißen, aber die aktuelle Situation, Russland medial zum ersten Schritt in einen Krieg zu provozieren, kotzt mich gelinde gesagt an. Ich bin für Frieden, das habe ich schon einmal hier geschrieben, daran hat sich nach wie vor nichts geändert.

Gestern habe ich jedenfalls Nägel mit Köpfen gemacht und habe den russischen Spezialitätenladen aufgesucht, den es an dieser Stelle schon seit etlichen Jahren gibt. Aber wie das immer so ist, Sie kennen das ja.
Dieser Laden ist … herrlich. Ein bisschen mutet er wie ein Wohnzimmer in den 1930er Jahren an, ich tippe, der nicht minder herrliche Betreiber des Ladens gibt dort den ein oder anderen russischen Abend. Der Mann ist locker sechzig Jahre alt und liebt dieses Land, das habe ich sofort gespürt. Vermutlich hätte ich seinen Ausführungen stundenlang auf einem der antiquierten Stühle lauschen können, die um den großen schweren Tisch herumstanden auf dem sich allerlei russische Schätze nur so türmten. Ich fragte ihn, was er mir empfehlen kann. Der erste Tipp war Wodka. Muah. Ja klar, irgendwie logisch. Ich bin ja nun jetzt nicht so das Wodka-Häschen, also zählte er sämtliche Lebensmittelkategorien auf, die er auf Lager hatte. Und zu allem wusste er etwas zu sagen. Unglaublich. Aber ich liebe solche Menschen, sie leben Leidenschaft, das macht sie mir sympathisch.

Русский шоколад

Entschieden habe ich mich für … Schokolade. Links im Bild das ist kasachische Schokolade, in den Nationalfarben des Landes gehalten und genauso müssen Sie sich Kasachstans künstlich hochgezogene Hauptstadt Astana vorstellen. Ich sah mal eine Reportage im Fernsehen, sehr beeindruckend, sehr pompös, deswegen auch irgendwie befremdlich. Rechts das ist echte russische Schokolade und der Verkäufer findet, sie muss sich hinter Schweizer Schokolade nicht verstecken, ich bin gespannt. Übrigens mag ich es sehr, Lebensmittel aus fremden Ländern zu probieren. Ich habe bei meinen wenigen Auslandsreisen auch immer Supermärkte besucht, da gibt es für mich so viel zu entdecken.

Ich bin froh, dass ich den Laden besucht habe, beinahe hätte ich mir ein Shirt mit Putin-Konterfei und seiner Unterschrift gekauft. Haha. Aber es reicht eigentlich, wenn man für den Wunsch nach Frieden und einer kritischen Betrachtung der allgemeinen Medienberichterstattung schon als « Putin-Versteher » bezeichnet wird. Beim nächsten Mal werde ich trotzdem eine Flasche Wodka kaufen. Ich glaube, manchmal braucht es selbigen und keine Schokolade. Und irgendwann werde ich das Land besuchen. Ich weiß es und freue mich darauf.

 

Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal,
ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Christian Morgenstern

 

 

C’est l’été

Das erste Wochenende im Juli war bestimmt von einem Firmenjubiläum, einem Trödeltag und 30 Kilometern auf dem Fahrrad. Ich lasse einfach Bilder sprechen …

Leibspeise im Sommer

Mikrofon

Jungfer in bleu

rosé

grün

Der Tropfen

lila

pink

Sommersonnenmittag im Juli

So ein Juli, so ein Sommer sind vor allem eins: bunt. Und ich liebe es. Frisches Obst und Gemüse, alles grünt und blüht, die Sonne wärmt und tut der Seele gut. Ich brauche nicht viel mehr zum Glücklichsein.

 

Der Mensch hält sein Schicksal für etwas Fremdes, weil ihm das innere Band verborgen ist. Aber die Seele enthält jedes Ereignis, das sie erleben wird, denn das Ereignis ist nur der Gedanke, der sich nach außen projiziert, und das, worum wir zu uns selbst beten, wird uns immer gewährt.

Ralph Waldo Emerson

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Holla the woodfairy!

Was am Morgen ein ruhiges Frühstück, ist mir abends die tägliche Golden Milk. Damit lande ich immer wieder auf dem Teppich. Nach einem solchen Tag habe ich das schon nötig. Hui, die Post ging ab, nie unangenehm oder belastend, sondern in positiven Ausmaßen.

Frühstück

Ich bin auch heute nicht dazu gekommen, in meinem Büro mal ein bisschen gegen den Staub zu kämpfen, aber das habe ich mir für die kommende Woche ganz fest vorgenommen. Männer und Büros, irgendwie siegt da immer der Staub. Wird Zeit, dass ich klar Schiff mache.

Sommermorgen

Neben einem dauernörgelnden Bewohner am Morgen fand ich auch die Tatsache zum Schießen, dass eine Bewohnerin sporadisch die Türschilder ihrer Mitbewohner versteckt. Muah. Und keiner weiß, was man dagegen tun soll, festkleben ist nicht, anderweitig festmachen auch nicht. Ich habe gestern und heute schon neue Schilder ausgedruckt und bin mir sicher, am Montag drucke ich weiter. Tja, liebes Unesco-Ding, in einem Haus voller Menschen in Anderswelten braucht es eher praktische als designte Dinge. Ich bin gespannt, wie es wohl weitergehen wird. Diese kleine Episode lässt jedenfalls mein Herz aufgehen.

Ich liebe eine bestimmte Pflegekasse. Immer unkompliziert, immer freundlich und hilfsbereit und immer korrekt. Buuuuh —> so ziemlich alle anderen Pflegekassen. Ein Beispiel… Mit einer Pflegekassen-Angestellten telefoniere ich einmal pro Monat wegen dem Kurzzeitpflegeaufenthalt einer Dame im Dezember letzten Jahres (sic!). Es geht um 330 Euro ca. und alle vier Wochen ruft sie an, fragt etwas zu dem Aufenthalt von nicht einmal einer Woche, ich gebe ihr die immer gleiche Antwort, sie sichert die Zahlung zu und … zahlt nicht. Hat was von Realsatire. Meine FiBu findet das nicht so lustig, ich sah letztens eine Halsschlagader mächtig pulsieren. Haha.

Der andere Arbeitsbereich hat gar nicht lange gebraucht, meinen neuen Wirkungskreis und die ebenfalls neue Telefonnummer herauszufinden. Eine Kollegin hat mich heute bestimmt fünf Mal angerufen und ich habe sie telefonisch supported. Ja, da staune ich doch über mich selbst. Das Wechselspiel zwischen jung und alt wuppe ich mittlerweile mit links, da hakt nichts mehr aus, wenn ich den Spagat wage. Früher musste ich mich danach immer eine Weile sammeln.

Sommerabend

Ich hatte trotz aller Arbeit noch Zeit für einen Plausch mit meiner Lieblingskollegin, das tut meinem Seelchen immer wieder gut. Ich konnte die Mittagspause wieder in der Sonne verbringen mit meinem schmackofatzigen Quinoasalat. Ich konnte radeln, ich wurde auf dem Arbeitsweg von meinem Lieblingsmenschen begleitet, ich habe atemberaubend duftende Lindenbäume erschnuppern dürfen und zu aller Krönung hat mich vorhin beim Yoga ein Schmetterling in meinem Wohnzimmer besucht. Schnallapeng, ich schnalle gerade selbst gehörig ab, wie das allet looft, ey!

Wissen Sie was? Es geht mir gut, so guuuuut. Quiek.
 

Liebst du das Leben?
Dann vergeude keine Zeit, denn daraus besteht das Leben.

Benjamin Franklin

 

 

Sleepless in July

Für so eine Harmoniekuller wie mich ist das aktuelle Tohubawohu wieder einmal völlig ungeeignet. Das Gezerre um meine Arbeitskraft hat eingesetzt und ich muss kämpfen, dass ich nicht auf der Strecke bleibe. Eigentlich habe ich den totalen Sockenschuss, der eben verabschiedete Kollege hat einen Bruchteil der Arbeit erldigt, die ich mir auf meine Schultern lade und ist mehr als zwanzig Jahre ausgesprochen ruhig durch die Botanik geschippert. Ich brauche eine Herausforderung und Langeweile in der Arbeit ist mehr als ätzend, also packe ich mir die Schultern voll. Ich kenn das ja, ich bin das gewohnt. Was ich nicht gewohnt bin, ist die Selbstverständlichkeit und mitunter anmaßende Respektlosigkeit, die hier und da ins Kraut schießt. Leute, mein Tag hat auch nicht mehr als 24 Stunden und ich bin alleinerziehende Mutter, darauf dürft ihr sehr gern ein bisschen Rücksicht nehmen. Danke.

cloudy

Gestern Abend fand ich noch recht gut in den Schlaf, wurde allerdings um kurz nach 1 Uhr in der Nacht wach und habe eeeewig gebraucht, bis ich wieder einschlafen konnte, bis einen gefühlten Wimpernschlag später schon der Wecker klingelte. Gnahü. Schlafmangel beschert mir grundsätzlich eine ekelhafte Übelkeit, ich musste mich zum Frühstück zwingen. Dafür beschloss ich spontan, unterbuttern lasse ich mich nicht (mehr). Der doppelt ausgeprägte Stier in mir schoss ins Kraut und der Kampfeswille feierte ein kleines Comeback.

cloudy

So gesehen muss ich mich gar nicht fürchten, alles ist gut und ich bin durchaus in der Position, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich muss mich nicht verstecken oder vor irgendwem kuschen, ich kann sagen, was ich will und was nicht. Ganz einfach eigentlich, wenn man nicht gerade Aurélie heißt.
Später am Tag war ich stolz auf mich und fühlte mich ein bisschen, als hätte ich zu viel gesoffen gestern Abend. Nichtsdestotrotz, der Stier² hat dann doch noch viel abgearbeitet. Heute bin ich stolz auf mich und müde wie nichts Gutes.

Quinoasalat

Mir stehen zwei arbeitsintensive Tage im Handkusshaus bevor, deshalb habe ich nach diesem langen Tag noch einen Quinoasalat gezimmert. Das Zubereiten bringt mich runter und das Ergebnis wird mir morgen guttun. Der vegane Anteil meiner Ernährung legt ständig zu und ich fühle mich damit verdammt gut.

Ich bin auf dem Weg. Meinem Weg.
Und ich vertraue.
Alles wird gut.
Richtig gut.
 

Wenn du deine Aufmerksamkeit so viel wie möglich im Körper hältst, dann bist du im Jetzt verankert. Du verlierst dich weder in der äußeren Welt noch in deinem Verstand. Gedanken und Gefühle, Ängste und Wünsche können dann zwar noch da sein, aber sie überwältigen dich nicht.

Eckhart Tolle