Zwischen Walnuss und Marzipankartoffel

Ich kann Ihnen sagen, in einen Tag wie diesen passt zwischen der ersten Nuss am Morgen, in meinem Fall die mittlerweile obligatorische Adventskalendernuss, und einer Marzipankartoffel zum späten Feierabend, das volle Programm. Leben.

Zehnter

Bereits um kurz nach 4 Uhr drängte es mich aus dem Schlaf. Welch blöde Zeit, ich hörte draußen den Wind ums Haus pusten. Verschlafen schaute ich bei der WetterApp, was mich erwarten würde. Kuschelige -4°C mit gefühlten -10°C, igitt! Die befürchtete Gesichtslähmung hatte mich natürlich wieder eingeholt, als ich halbwegs schockgefrostet im Handkusshaus eintraf. Was in dem einen Büro mein Zimmerkollege, ist im Handkusshaus der Hausmeister, der bereits die Heizung für mich aufgedreht hat, weil er weiß, was ich für eine Zitterbacke bin. Es war mopsig warm im Büro, Horst geht es auch gut und auf dem Schreibtisch stand ein einsamer Schokoladen-Weihnachtsmann ziemlich blöd herum. Ich habe ihn mal in die Ecke geschoben, damit er was zum Anlehnen hat.

Einen Tag nicht im Haus, schon stapelt sich eine Menge Arbeit, ich habe vormittags nur sortiert und konnte mich erst nach dem Mittag den Menschen im Haus widmen. Mittlerweile hat sich ein nettes Ritual eingespielt, einmal in der Woche besuche ich die kleine, zarte Frau K. Eine wache Frau, dafür körperlich gezeichnet von den Folgen einer Krebserkrankung. Ich muss immer in ihrem Zimmer Platz nehmen und wir schnacken eine Runde zusammen. Ich mag sie, diese kleine Frau. Bei Frau A. war ich auch, habe ihr die Haare nach dem Mittagschlaf wieder etwas hergerichtet, darauf achtet sie sehr. Wenn schon hier, dann wenigstens gepflegt, sonst führt kein Weg zur Vesperrunde. Recht hat sie, so ein bisschen Selbstbestimmung muss bleiben.

Ma.....ka..... weg!

Gestern noch waren wir Glückskinder, die endlich der Sonne frönen durften, heute wurden wir in den eiskalten Schatten geparkt. Keine Sonne, dafür wurde es ab 14 Uhr bereits wieder dunkel und irgendwann setzte zartes Geflöckel ein. Mehr als ein Hauch blieb aber nicht übrig. Es ist ein gutes Gefühl, heute nach Hause zu kommen. In meinem Zuhause herrscht dieser pure Grundfrieden, den ich sonst an kaum einem Ort dieser Welt finden kann. Deshalb ist mir mein Zuhause auch so wichtig. Wohlige Müdigkeit macht sich breit, Ruhe zieht ein und die Tatsache, dass ein guter Tag sich seinem Ende zuneigt, lässt mich lächeln. Ich l(i)ebe.

 

Ich habe drei Schätze,
die ich schätze und wahre.
Der eine heißt: die Liebe;
der zweite heißt: die Genügsamkeit;
der dritte heißt: nicht wagen, in der Welt voranzustehen.
Durch Liebe kann man mutig sein,
durch Genügsamkeit kann man weitherzig sein.
Wenn man nicht wagt, in der Welt voranzustehen,
kann man das Haupt der fertigen Menschen sein […]
Wenn man Liebe hat im Kampf,
so siegt man.
Wenn man sie hat bei der Verteidigung,
so ist man unüberwindlich.
Wen der Himmel retten will,
den schützt er durch die Liebe.

~ Laotse

 

 

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