Warum ich nicht blogge

Nachdenklich beobachte ich seit geraumer Zeit die Bloggerwelt. Viele Menschen führen Blogs, mein Weg führt hin und wieder bei einigen von ihnen vorbei. Doch mich spricht kaum noch etwas an und so klicke ich weder auf den « Follow »-Button und like auch keine Beiträge, obwohl mir bewusst ist, dass sich diverse Blogger über diese Möglichkeit Besucher auf den Blog lotsen, die dann fleißig deren Beiträge liken.

Verrätergasse
 
Ich blogge nicht …

… um Aufmerksamkeit zu erringen. Dieser kleine Blog ist dazu da, meine Erinnerungen zu verwahren, hin und wieder laut zu denken, schwere und leichte Gedanken zu notieren. Ich schreibe hier eigentlich genau genommen nur für mich und muss niemandem gefallen.
… um Likes und Follower en masse zu generieren. Mir ist egal, ob irgendwer gut findet, was ich hier mache. Das interessiert mich nicht die Bohne. Ich freue mich, wenn sich jemand in meinen Worten, Gedanken und Bildern wiederfindet. Wenn nicht, ist mir das auch maximal egal.
… um ein Projekt nach dem anderen abzuarbeiten. Blogs, die sich hauptsächlich einem oder gleichzeitig mehreren Projekten verschrieben haben, klicke ich sofort wieder weg. Auch das ist für mich nichts anderes als eine ziemlich schnöde Art, Klicks zu generieren. Langweilig.
… um alle, die hier kommentieren und liken, zu besuchen und deren Blog dann mit der gleichen Aufmerksamkeit zu versehen. Ich muss gar nichts gut finden, auch nicht als Dank dafür, dass hier irgendwer irgendwas gut findet. Manche Leute klicken den Like-Button kaum zwei Minuten nach Veröffentlichung des Beitrages. Ohne Worte.

So und wer jetzt noch bleibt, hat verstanden, um was es mir geht.
Für alle anderen gilt: Have a nice day!
 

Sprechen- und Schreibenkönnen heißt freiwerden: zugegeben, dass nicht immer das Beste dabei herauskommt; aber es ist gut, dass es sichtbar wird, dass es Wort und Farbe findet.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

 

16 commentaires

  1. Haben Sie solche Eindrücke bei anderen Bloggern gesammelt, werte Frau Sterntau?

    Es ist mir nach wie vor eine ausgesprochene Herzensweide, hier zu verfolgen und ab und zu zu kommentieren. ich gestehe, dass ich zuweilen auch einfach nur « gefällt mir » klicke, Das ist eine wudnerbare Möglichkeit, um eher still Beifall zu bekunden. Und hinzu kommt manchmal ein Mangel an Muße, um Worte für einen Kommentar zu finden.
    Und wissen Sie was? Ich bleibe jetzt noch..😉

    Herzliche Grüße, Ihr JWB Theomix

    1. Ja, genau diese Eindrücke sammel ich andauernd.
      Manche bleiben irgendwann weg, weil ich im Gegenzug nichts like.
      Wenn es mir doch aber nicht gefällt, dann like ich gar nix.
      Ich finde dieses Liken ehrlich gesagt ziemlich behämmert.
      Ich blogge schon so viele Jahre, früher lief das nicht so ab, das fand ich wesentlich angenehmer.

  2. Für mich ist dieser Blog seit langer Zeit die einzige Möglichkeit, einem der liebsten Menschen, die ich kenne, gedanklich und auch seelisch nahe zu sein. Zu lesen, was diesen Menschen bewegt, wie es ihm geht oder mich einfach an dem zu erfreuen, was seine Sinne wahrnehmen, ist unbezahlbar. Ich bin für diese Möglichkeit sehr dankbar, weil sie für mich nicht selbstverständlich ist. Und dass Frau Sterntau ihre Gedanken hier so teilt, ist für mich ein großes Glück. Das muss ich weder liken, noch jedes Mal kommentieren, das genieße ich einfach.🙂

  3. Erst in der vergangenen Woche habe ich *Frau Sterntau* entdeckt und mich sofort festgelesen, wiedererkannt in so manchem, die Photographien bestaunt und bewundert und (seltenerweise) gefreut, daß es doch solche « Schätze » im Internet gibt.
    Kommentieren ist oft nicht machbar oder « nötig », da ich z.B. das, was ich bisher gelesen habe einfach nur schön und/oder authentisch fand und ich (ich weiß nicht, ob das für Sie, Frau Sterntau, sichtbar ist irgendwie) gerne wiederkomme und weiter lese… Vielleicht wie ein papierenes Buch, das ich auch weiterlese? Weil es mir gefällt!
    Ich bin weder bei f…book noch sonst irgendwo und kann deshalb auch nicht einfach so einen Knopf drücken. Es freut mich, wenn ich wieder mitlesen darf!
    Herzliche Grüße, Nina

    1. Es ist doch mal ein überaus netter Nebeneffekt eines solchen Beitrags, wenn sich stille Mitleser offenbaren.
      Hallo Nina, ich freue mich sehr, dass Sie sich melden, dass Sie hier lesen, dass es Ihnen gefällt.
      Sie dürfen natürlich immer wiederkommen, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, wer da im Einzelnen meinen Blog besucht.
      Aber das macht gar nichts, es hat keine Bedeutung, es ist das Schreiben, was mir guttut.
      Liebe Nina, wir lesen uns, bis dahin schicke ich liebe Grüße in die Ferne❤

  4. Ich bin voll und ganz bei Dir! Ich lese, was mich interessiert, und like, was ich wirklich toll finde. Du bist anders, und das finde ich sogar mehr als toll. Im übrigen: Wer nur für die anderen bloggt, hat den Sinn des Schreibens nicht kapiert. Ich schreibe, weil es mir Spass macht und mir gut tut (Therapien kosten nämlich ein Saugeld). Wem’s gefällt, nice! Wem nicht, auch gut. Jeder, wie es ihm gefällt. Chapeau!🙂

    1. Wie schön, Daniela, danke für deinen Kommentar und willkommen hier.
      Ich staune, dass es doch noch mehr Menschen gibt, die ähnlich empfinden.
      Und es freut mich, zeigt es doch, dass manchen Menschen das Bloggen auf eine gleich gelagerte Art am Herzen liegen.
      Schön das.
      Sei herzlich gegrüßt🙂

  5. Liebe Aurelie, und genau deshalb lese ich so gerne mit – weil ich genau das spüre. Manchmal lass ich ein Zeichen da, oft genieße ich nur, nicht mehr, nicht weniger. Ich komme gerne vorbei – und werde das auch in Zukunft so beibehalten – liebe Grüße in den Abend

    1. Danke, das ist lieb von dir.
      Ich freue mich, dass du gern hier bist und noch mehr, wenn sich daran in Zukunft nichts ändert.
      Das ist so ein aufrichtiges Kompliment, danke!!
      Ich wünsche dir einen schönen Abend.

  6. Sehr gerne lese ich immer wieder Deine Beiträge! Neulich stellte ich erstaunt fest, dass ich Deinen Blog schon seit über drei Jahren kenne. Er ist erfrischend offen und freimütig, nach wie vor. Du schreibst so achtsam über andere Menschen und so erfreut über die Schönheiten der Natur! Das gefällt mir sehr. Irgendwann hatte ich Dir, glaube ich, geschrieben, dass ich zwar regelmäßig mitlese, oft aber nicht kommentiere. Ich mache das nur, wenn ich wirklich mehr als nur öberflächliches zu schreiben weiß. Liken mag ich überhaupt nicht, weil mir das viel zu nichtssagend scheint. Ich wünsche Dir viele Leser, die Dich so verstehen, wie Du Deinen Blog meinst.

    1. Eigentlich hatte der Beitrag eine gänzlich andere Intention als « fishing for compliments », auf was es jetzt irgendwie hinausläuft.
      Ich freue mich sehr darüber, wie lange mir manche Leser schon die Treue halten.
      Wunderbar auch, dass ich bei meinen Lesern so viel von mir wiederfinden kann in Momenten wie diesen.
      Das ist das schönste Echo, was ich mir wünschen kann.
      Hab Dank, lieber M.

  7. Dein Blog ist toll und ehrlich….. Ich blogge NUR für mich. Manchmal ist es angenehm wenn man Meinungen oder auch nur etwas Anteil bekommt. Aber es ist und bleibt…. MEIN Blog, nur für mich, meine Gefühle und Gedanken zu archivieren. Danke

    1. Richtig, so sehe ich meinen Blog auch.
      Er ist meine Gedankenschatzkiste, zeigt, was ich sehe.
      Es braucht nicht die Anfeuerung von außen.
      Erst recht nicht, wenn diese nur so hingeknallt wird.
      Dann lieber gar nichts, Schweigen.
      Ja.

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