Allein, allein

Das Wetter heute war das Wetter von gestern, als es mich am Nachmittag für satte zwei Stunden auf der Couch einfach dahingerafft hatte. Bei diesem Nieselfieselnovembergrauwetter schickt man eigentlich niemanden vor die Tür, ich tat dies heute freiwillig. Ich bin zum ersten Mal seit eeeewig langer Zeit allein losgezogen. Dick angemummelt, nasse Kälte frisst sich rasend schnell durch die Kleidung. Im Gepäck hatte ich nur ein Fläschchen Grüntee, etwas Geld, die große Klickklackmadame und ein Päckchen Taschentücher für Herbsttriefnasen.

Ich habe Ihnen auch etwas mitgebracht, damit Sie sehen, was ich gesehen habe.

Fensterschmuck

Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Es gibt so viel zu entdecken links und rechts in den Gassen.

 
Zimmer frei bei Engels

Das Licht war wirklich suboptimal, aber im November muss man eben mit allem rechnen.

 
Jüdenstraße

Alte, gebrechliche Häuser ziehen mich immer besonders an.
 
Petersilienschmuck

So ein tiefgrauer Novembertag leert alle Straßen, ein bisschen war die Stadt mein.

 
†

Ich habe mir viel Zeit genommen. Lesen, gucken, staunen.
 
Kirchenschnickeldi

In dieser Kirche ist es jetzt so sehr kalt, Sie glauben es nicht.
 
Selfie

Nach der Kirche war ich in einem gar mopsigen Café, saß vor dem Kamin, durfte seelenschmeichelnder Soulmusik lauschen und Milchkaffee schlürfen. Dort habe ich mich ganz wunderbar durch und durch aufgewärmt, um dann noch ein bisschen weiterzuziehen. Mitgebracht habe ich neben den Bildern auch Schokolade. Russische und kasachische. Und um ein Haar ein Shirt mit Putin-Konterfei, haha.

Leider ist heute auch wieder ein Herzschmerztag. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Herz schmerzt, einfach so. Und trotzdem schlägt es immer weiter.

 

Sobald ein Gefühl gefühlt und vom Herzen angenommen ist, beherrscht es nicht mehr unser Handeln – oder jedenfalls mit der Zeit immer weniger. Das Paradoxe ist: Wenn wir ein Gefühl wirklich angenommen haben – ins Herz geschlossen – und ihm auch in der Folgezeit erlauben zu existieren, hört es auf, uns mit eisernem Griff zu umklammern, und obwohl es da ist und wir es fühlen, werden wir nach und nach frei von ihm.

Safi Nidiaye

 

 

2 commentaires

  1. Sehr schöne Schwarzweiß-Bilder hast Du da mitgebracht. Sie wirken, obwohl sie zum November passen, irgendwie auch faszinierend grazil.
    Vielen Dank fürs miterleben dürfen!

    November und Herzschmerz sind eine ungute Kombination.
    Ich wünsche Dir bessere Tage!

    Lieben Gruß, M.

    1. Irgendwie warst du im Spamordner gelandet, keine Ahnung, warum.

      Du weißt doch, ich teile meine Bilder gern, vielleicht schiebe ich in den nächsten Tagen noch welche nach…
      Mai und Herzschmerz ist vermutlich auch nicht besser😉 Ich kenne diesen Schmerz schon, in turbulenten Zeiten legt sich ne Schraubzwinge um mein Herz und drückt zu.
      Bessere Tage sind mir sehr willkommen, ich freue mich sehr auf 2015.

      Liebe Grüße auch an dich.

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