Verkriechen

Jetzt lässt es sich nicht mehr verbergen und der Herbst gibt sich auch gar keine Mühe, die Natur zieht sich endgültig in sich selbst zurück. Der Wind, der einmal mehr samt überschwappenden Wolken über das Gebirge scharf ins Land bläst, zerrt unbarmherzig an den Blättern, die die Bäume noch nicht losgelassen haben. Die meisten Felder befinden sich bereits im Überwinterungsmodus, die Apfelbäume, um deren Früchte sich niemand kümmerte, werfen beleidigt einen Apfel nach dem anderen auf den kalten Boden und am See stürzen sich gefühlte 10000 Mücken in einer Fortpflanzungpanik vor dem nahenden Winter auf jedes halbwegs durchblutete Wesen.

Vollherbst

Ich habe mich nicht aufhalten lassen, alles ist gut, solange es nicht regnet. Zumindest für das Fahrradfahren gilt das bei mir. Also los, der Schweinehund will besiegt sein und die Lungenflügel drängen auf ihre Portion kalter Herbstluft. Das Gefühl danach ist mir stets der beste Antrieb sich über 25 Kilometer zu quälen.

Schafe und ein Kind

Unterwegs gibt es immer etwas zu sehen, am Himmel, am Boden und dazwischen auch. Der kleine Junge, der diese Schafherde eskortierte ließ mich innerlich quieken. Er war so ein Draußenkind mit roten Wangen von der frischen Herbstluft. Als er mich wahrnahm, schaute er mich an, als käme ich direkt aus einer anderen Galaxie. Aber als ich ihm gedanklich meine Hand reichte und ihm ein Lächeln schickte, lächelte er zurück und als ich weiterfuhr, hob er sogar seine kleine Hand und winkte mir zu. Seine Mutter weiter vorn lächelte auch.

Am See

Überhaupt war heute ein Tag voller lächelnder Menschen. Mir macht es mittlerweile so viel Spaß, den Menschen ein Lächeln aus tiefstem Herzen zu schenken. Ich genieße den Moment, wenn sich bei meinem Gegenüber die mitunter angespannten Gesichtszüge lockern und ein verstohlenes Lächeln zu Tage tritt. Es ist mir jedes Mal ein Vergnügen.

Engel

Begleitet wurde ich wie immer von meinem Engel mit seinen Freunden. In letzter Zeit zeigt er sich auffallend oft, dabei weiß ich längst, dass er immer bei mir ist, der Gute. Ich sah ihn sogar noch am Himmel, als ich mir ein heißes Bad eingelassen hatte und das warme Wasser den Muskeln Entspannung schenkte.

Ich denke, nun kann ich mich wieder ins Arbeitsleben stürzen, nachdem ich bestens abgeschalten habe und gut erholt bin. Dieses Jahr lebt keine zwei Monate mehr und ich bin schon jetzt so aufgeregt und hibbelig auf das kommende Jahr gespannt. Egal, was passiert, alles wird gut.

 

Wenn ihr wirklich lernt, lernt ihr während eures ganzen Lebens, und dann gibt es keinen speziellen Lehrer, von dem man lernt. Dann lehrt euch alles – ein totes Blatt, ein fliegender Vogel, ein Duft, eine Träne, der Reiche und der Arme, die Weinenden, das Lächeln einer Frau, der Hochmut eines Mannes, ihr lernt von allem, und deshalb gibt es keinen Führer, keinen Philosophen, keinen Guru mehr.

Krishnamurti

 

 

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