Befreiungsschlag

Ich glaube, so befreiend wie dieser Urlaub war noch keiner zuvor und dazu musste ich nicht einmal verreisen. Ich habe mich hier vor Ort befreit, mental und auch im wahrsten Sinne des Wortes. Manchmal brauche ich das und gerade jetzt im Herbst, wo wir uns in uns selbst zurückziehen, wo alles ein bisschen stirbt und vergeht, um im Frühling kraftvoll von Neuem zu erblühen.

Vor Jahren las ich ein Buch, in dem mich extrem wiederfand. Eigentlich habe ich genau danach schon immer gelebt. Unbewusst natürlich. Beim Lesen der Lektüre hatte ich diverse Aha-Erlebnisse, mit einer Erklärung von außen verstehen sich manche Dinge im Selbstlauf.

Nun hatte ich in dieser Woche endlich einmal wieder viel Zeit, allerlei Dinge in Ruhe und ohne Alltagshetzerei zu erledigen. Welch Wohltat, ich habe das so sehr genossen. Und dann hat mich so dermaßen der Elan gepackt, wohl auch dem herrlichen Wetter geschuldet, ich musste mich befreien. Von Dingen, die niemand mehr braucht, keiner mehr benutzt hat und die auch niemand vermissen wird. In Umzugskisten gerechnet kommen sicher fünf oder sechs rappelvolle zusammen. Ein Teil wurde der Weiternutzung zugeführt, der Rest landete mit Pfeffer im Müll. Be-frei-end.

Frieden

Und so wie ich schon immer Dinge gut loslassen konnte, weil ich weiß, der Mensch braucht nicht wirklich viel zum Leben, so lerne ich Schritt für Schritt auch das generelle Seinlassen, Menschen und Erwartungen betreffend. Diese Woche stellte den perfekten Übungsparcour dar und ich durfte feststellen, wie sich all die kleinen Trainingseinheiten irgendwann doch auszahlen.

Ich lasse dich sein.
Von dir erwarte ich gar nichts. Sei, wie du sein willst, das ist dein gutes Recht.
Ich lasse die Dinge sein.
Wenn die Zeit gekommen ist, fügen sich alle Puzzleteilchen sowieso ineinander.
Mit Geduld (und ohne Spucke!) nähere ich mich meinem Ziel ganz langsam an. Ich fühle die tiefe Gelassenheit und Ruhe immer öfter und das führt zu unsagbar tiefem Seelchenfrieden.

Urlaubsfazit: Ich bin ganz schön gut, hell ya!
 

Die Menschen sind mit der Materie verhaftet, die eiskalt ist wie der Schnee. Ich aber suche die Flamme der Liebe, um sie an meine Brust zu drücken, damit sie meine Rippen verzehre und mein Inneres befreie, denn ich habe erfahren, dass die Materie den Menschen tötet, ohne dass er Schmerzen empfindet, während die Liebe ihn unter Schmerzen lebendig macht.

Khalil Gibran

 

 

2 commentaires

  1. Es befriedigt doch ungemein, zu merken, dass man mit sich selbst wieder einen deutlichen Schritt weiter gekommen ist. Die Belohnung meldet sich umgehend in einem angenehmen Glücks-Gefühl.
    Herzlichen Glückwunsch!

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