25 am Sonntag

Auch wenn hier wieder einmal die Wolken, die unablässig über unser Minigebirge drücken, der Sonne die freie Sicht auf die Erde andauernd gestohlen haben, ich habe trotzdem den inneren Schweinehund besiegt und bin die obligatorischen 25 Kilometer auf dem Fahrrad gestrampelt. Es war kalt, es war windig, aber nachher hatte ich wunderfein rote Apfelbäckchen und frische Oktoberluft ist tief in meine Lungenflügel geströmt. Ich bin stolz auf mich heute. Heute? Aber immer doch!!

Plätschernder See

Am See halte ich immer eine kleine Rast ab. Einmal durchatmen, einmal die Beine lockern und die Natur wirken lassen. So nah am Wasser sind auch nur wenige Menschen, ich war ganz für mich. Nebenan spielte nur eine junge Frau ein interessant klindendes Instrument, in Verbindung mit dem Wind und dem vor sich hin plätschernden See war das ein ganz feines akustisches Erlebnis und um Längen besser als wild durcheinanderschnatternde Menschen.

Bunte Bäume

Der Herbst ist jetzt nicht mehr aufzuhalten. Die Bäume entledigen sich pausenlos ihrer Kleider, die Sonne wärmt kaum noch, der Wind ist schneidend und kalt. Ich war warm angezogen, mehrere Schichten Klamotten übereinander. Den kalten Wind sollte man nicht unterschätzen auf dem Fahrrad.

Wehrendes Wasser

Dieser Ausflug heute war das reinste olfaktorische Erlebnis. Als ich parallel zum alten Grenzfluss radelte, roch es nach Wasser. Nach kaltem Wasser. Den Geruch erklären kann ich leider nicht. Die alten Apfelbäume am Quälberg dufteten verführerisch nach … na was wohl? Und dort, wo kaum die Sonne hinscheint, roch es modrig und erdig par excellence. Das war ein Fest für den Geruchssinn.

Drückendes Gewölk

Hier können Sie die ständig über das Gebirge drückenden Wolken gut erkennen. Auf dem Gebirge liegt quasi ein zweites Gebirge aus Wolken und die lassen der Sonne kaum eine Chance. In der kalten Jahreszeit ist das hier mitunter ein wochenlanger Dauerzustand, so wie im Winter vor zwei Jahren. Das war hart, ich kann Ihnen sagen.

Nach einem ausgiebigen Bad ist mir jetzt herrlich warm, ich bin wohlig geschafft und die Sporthormone schießen ins Kraut. Haha. Das Allerherrlichste heute ist aber, dass morgen kein Wecker klingeln wird, weil eine Woche Urlaub vor mir liegt. Frohlocket!!! Ich bin jetzt schon ganz weit weg von dem Thema Arbeit, abschalten konnte ich erstaunlicherweise schon immer gut.

Ich bin zufrieden und glücklich und überhaupt ist alles total dufte gerade.

 

Zwei Menschen sagen «ich liebe dich» oder denken und fühlen es gegenseitig, und doch verbindet jeder damit eine andere Vorstellung, ein anderes Leben, vielleicht sogar eine andere Farbe, ein anderes Aroma oder einen anderen Duft innerhalb der abstrakten Summe von Eindrücken, die das Seelenleben ausmacht.

Fernando Pessoa

 

 

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