Der große Plan

Vorhin, als ich mich dem Abwasch des Mittagsgeschirrs gewidmet habe, dachte ich ein wenig nach. Ich kann bei solchen Tätigkeiten herrlich nachdenken, trete in Zwiesprache mit mir selbst und fühle mich danach bestens « durchgelüftet ».

Irgendwie kam ich auf den Sinn unseres Seins zum Grübeln.
Warum sind wir eigentlich hier?
Haben wir eine Aufgabe?
Oder sollen wir nur sein?

Endlich!

Zunächst einmal, ich glaube nicht an Zufälle. Ich glaube daran, dass sich unsere Seele den Weg mit allem Drum und Dran ganz bewusst vor der Geburt genauso ausgewählt hat. ‘Das kann nicht sein!’ werden einige aufschreien. ‘Wer sucht sich solch Quälerei freiwillig aus?’ Stimmt, das macht keinen Sinn. Weiß man aber um die Unsterblichkeit der Seelen, darum, dass wir alle bewusst oder unbewusst einem großen Plan folgen, dann erscheint alles vollkommen logisch.

Ich bin lange Zeit meines Lebens wie ein Lemming sämtlichen gesellschaftlichen Normen hinterhergedackelt, gefangen in der Matrix, reagierend wie die breite Masse, lebend wie beinahe alle. Es war mein seelischer Niedergang (interessant zu lesen), der meinen Blick in andere Richtungen führte, der zu einem langsamen Erwachen führte. Da muss es noch mehr geben als Schlafen, Arbeiten, Geld verdienen, Geld ausgeben, diesem Roboterleben, bis man irgendwann völlig verbittert in der Kiste landet, weil der wahre Sinn immer im Verborgenen geblieben ist.

Vor mehr als zehn Jahren begann mein wirkliches Leben. Ich habe mich auf den Weg gemacht, auf den wirklich mühsamen Weg, mein Potenzial zu entdecken, herauszufinden, was wirklich zählt in diesem Leben. Ein bisschen anders habe ich bereits von Geburt an getickt. Ich kam auf die Welt und war Vegetarier, Fleisch hat meine Mutter mir stets vergeblich angeboten, bereits als Kleinkind habe ich ihr jeden Versuch stante pede entgegengebröselt. Immer schon war ich ein Einzelgänger, nie mochte ich, was die breite Masse anhimmelte. Ich habe stets hinterfragt, was anderen normal erschien. Heute haben sich all diese Dinge noch verstärkt und ich entfalte mein wahres Ich immer mehr.

Die erschreckende Oberflächlichkeit, mit der viele Menschen durch ihr Leben gehen, ist nicht meins.
Ich lebe in Achtsamkeit. Ich achte auf meine Ernährung. Ich achte auf meine Gedanken. Ich achte auf mein Handeln. Ich achte auf meine Sprache.
Ich lebe in Liebe. Ich erwarte keine Liebe. Ich gebe sie jedem, der sie brauchen kann. Und bekomme dann so viel mehr zurück. Täglich spür- und erlebbar in meiner Arbeit. Lächeln Sie doch einfach mal einen Menschen auf der Straße aus tiefstem Herzen an. Sie werden staunen, die meisten Menschen lächeln zurück, sie können nicht anders.
Ich lebe in Dankbarkeit. Für mich ist nichts selbstverständlich und normal. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Ich habe immer satt zu essen. Ich lebe in Frieden. DANKE!!
Ich lebe Mitgefühl. Ich lebe Transformation. Ich lebe Bewusstsein. Ich LEBE.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, wird niemals wirklich ankommen. Ich bin immer auf dem Weg, der sich als beste Entscheidung meines Daseins herauskristallisiert. Mein Glück sieht ganz anders aus als das der Menschen die mich meistens umgeben. Ich freue mich, wenn ich einen Sonnenaufgang sehen kann. Ich freue mich über jedes Lächeln von anderen Menschen. Ich freue mich an einer Umarmung aus tiefstem Herzen. Ich freue mich über einen Apfel, den ich langsam auf der Zunge zergehen lassen kann. Ich freue mich über die Liebe der Menschen, die in meinem Herzen wohnen, die mir mit ihren Gesten und Worten ein gewaltiges Sprungtuch aus Zuneigung formen. Ich freue mich, wenn ich im Handkusshaus einer älteren Dame begegne, deren Gesichtsausdruck sich sofort zu einem entspannten Lächeln wandelt, wenn sie mich erblickt. Ich freue mich, wenn ich einen Schmetterling photographieren darf. Ich freue mich, wenn ich in der Stille sein darf bei dem vielen Lärm dieser Welt. Ich freue mich über mein persönliches Vorankommen. Wie Bolle.

Geld, Haus und Autos sind mir scheißegal. Das sind Dinge, mit der meine Seele nichts aber auch gar nichts anfangen kann. Sie bringen mich nicht weiter und wenn ich eines Tages von dieser Welt gehe, kann ich nichts davon mitnehmen. Deshalb habe ich mich befreit von all den Paradigmen der alten Welt und habe mich mit einigen wenigen anderen Menschen auf den Weg gemacht. Aber, wir werden immer mehr. Yeah.

Und so lebe ich. Wirklich. Ich existiere nicht nur. Ich lebe.
Das gibt Selbstvertrauen und stärkt meine Kraft für den weiteren Weg.
 
 

P.S.: Übrigens, selbst am letzten Tag des Lebens kann man sich noch umentscheiden. Hin von der alten zur neuen Welt. Weg von dem Materialismus hin zu Liebe und Mitgefühl. Es ist niemals zu spät, neu zu beginnen.

 

Der seelisch gesunde Mensch ist der produktive und nicht entfremdete Mensch, der liebend zur Welt in Beziehung tritt und seine Vernunft dazu benutzt, die Realität objektiv zu erfassen; es ist der Mensch, der sich selbst als eine einzigartige individuelle Größe erlebt und sich gleichzeitig mit seinen Mitmenschen eins fühlt, der sich keiner irrationalen Autorität unterwirft und freiwillig die rationale Autorität seines Gewissens und seiner Vernunft anerkennt, der sich sein ganzes Leben lang im Prozeß des Geborenwerdens befindet und der das Geschenk seines Lebens als die kostbarste Chance ansieht, die er besitzt.

Erich Fromm

 

 

2 commentaires

    1. Ich danke dir.

      Ich bin so dankbar um dieses Erwachen, auch wenn es manchmal so hart ist, so viel Kraft kostet, ich wurde bislang immer fürstlich belohnt. Deshalb werde ich nicht müde und gehe immer weiter auf diesem Weg.

Que pensez-vous?

Entrez vos coordonnées ci-dessous ou cliquez sur une icône pour vous connecter:

Logo WordPress.com

Vous commentez à l'aide de votre compte WordPress.com. Déconnexion / Changer )

Image Twitter

Vous commentez à l'aide de votre compte Twitter. Déconnexion / Changer )

Photo Facebook

Vous commentez à l'aide de votre compte Facebook. Déconnexion / Changer )

Photo Google+

Vous commentez à l'aide de votre compte Google+. Déconnexion / Changer )

Connexion à %s