Leben ist wie Radfahren

Nein, heute ist nicht Sonntag, sondern schon Montag. Feiertagsbedingt gerät alles durcheinander und ich blicke des Öfteren zum Kalender. Zum Einnorden. Ich lebe wieder einmal ziemlich zeit- und ziellos vor mich hin. Gut zum Loskommen von dem Gewusel im Büro, sehr gut sogar. Ich habe mir wieder einen kindfreien Nachmittag geschaffen. Einen, den ich mir in letzter Zeit regelmäßig anberaume.

moi

Das Wetter zeigt sich ziemlich durchwachsen. Nach einem feinen Vormittag zogen ab dem Mittag graue Wolken auf, aus denen irgendwann fieser Nieselregen sprühte. Pfnahüh, so ein Wetter habe ich nicht bestellt. Na gut, ich warte einfach, es hört bestimmt wieder auf, derweil habe ich mich in meine Sportklamotten geworfen und tatsächlich, der Himmel hat sich wieder eingekriegt und die Flennerei eingestellt.

Mein Leben ist wie Radfahren. Das wurde mir heute bewusst, als ich die üblichen 15 Kilometer am Limit und auf dem Fahrrad zurückgelegt habe. Ich muss mich immer aufraffen, es gibt ja so viele Ausreden. ‘Man müsste…’, um direkt kunstvoll gefertigte Ausreden nachzuschieben. Mimimi, so wird das nichts. Anfangen ist angesagt.
Ich muss in meinem Leben und auf dem Fahrrad meinen eigenen Rhythmus finden. Ich übernehme weder den der Schnecke vor mir, noch den von Täve Schur, der mich natürlich hochprofessionell eingekleidet in der Pfeife raucht. Mein Rhythmus ist entscheidend und der monotone Sound meines Atems liefert die Titelmusik.
Ich klettere einen Anstieg nach oben. In meinem Tempo. Ich halte nicht an, ich steige nie aus dem Sattel, ich lache mir den Tunnelblick an und lasse mich wie von Geisterhand gezogen den Berg nach oben schieben. Oben angekommen quieke ich, weil ich mich freue, dass ich es heute noch besser als beim letzten Mal hinbekommen habe, während diverse Adrenalinwellen durch meinen Körper schießen. Ich lasse mir den Fahrtwind auf dem Weg nach unten ins Gesicht wehen und stelle einmal mehr fest, rauf geht es viel schwerer. It’s my life, damn!

Eine Stunde fahre ich mit strammem Tempo, bis meine Beine um Gnade winseln. Ich nehme die Treppen zu meiner Wohnung mit Leichtigkeit und freue mich wie ein Kullerkeks, weil gerade so viele Glückshormone in mir toben…

Leben ist wie Radfahren. Das verlernste nie mehr, kannste glauben.
 

Ja man kann sagen, fast überall, wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

 

2 commentaires

  1. … und Freude am Unsinn ist nicht das Sinnloseste!
    Neben all dem geregelten « vernünftigen » und Sinn – vollen Tun brauchts im Leben auch ganz notwendig « un »-sinniges, zielfreies Spiel, wie kleine Kinder das noch sehr gut können.

    Und: weiter so mit dem Fahrrad!

    Lieben Gruß, M.

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