Le désespoir

Ein Windzug bewegt den Geschenkanhänger, der seit dem letzten Weihnachtsfest an meiner Schreibtischlampe hängt. « Für Frau Sterntau » steht darauf, mein Sohn hat ein Armband dazugehangen, das er aus einigen Perlen aus dem Bauch diverser Silvester-Glücksraketen für mich gefertigt hat. Auf diesem kleinen Glück haftet mein Blick hin und wieder, wenn ich die Augen von der Tastatur hebe, die vor mir auf dem Tisch liegt.

Durch meine Ohren schlängelt sich die Musik von einem meiner liebsten Komponisten. Unter seiner Begleitung gelingt mir das Loslassen. Nicht lange, aber doch lang genug, um mich selbst wieder ein bisschen spüren zu können. Es gab Zeiten, da habe ich zu anderen Mitteln und Wegen gegriffen in Momenten wie diesen. Es geht auch anders. Sanfter, weicher. Wie ich halt bin. Eigentlich.

Ich erlebe hin und wieder bei anderen Menschen, wie sie mit ihren Dämonen umgehen. Lange Zeit machen sie sich etwas vor, ignorieren die Dämonen völlig, damit dann irgendwann und für andere Menschen gefühlt aus heiterem Himmel eine Bombe hochgeht. Das Umfeld reagiert in den meisten Fälle irgendwo zwischen hilf- und verständnislos.

Auch ich habe Dämonen. Vierzehn Jahre ist es her, als sie zum ersten Mal ihr Dasein mit einem Paukenschlag manifestierten. Nach all den Jahren weiß ich, dass ich sie vermutlich nie mehr loswerde, sie sind und bleiben ein Teil meines Lebens. Ich habe noch keinen rechten Weg des Umgangs mit ihnen gefunden, für meinen Geschmack übernehmen sie zu intensiv das Ruder, wenn sie aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Sie machen, dass ich mich ganz klein und vor allem sehr allein fühle. Meine Angst lässt sie wachsen. Ich schrumpfe und füttere sie damit auf Hünengröße.

Dennoch, ich gebe mich nicht geschlagen. Ich will nicht. Tief in mir vergraben ist nach wie vor der Traum des kleinen Mädchens verankert, der sich um nicht viel mehr als unendliche Liebe dreht. Solange dieser Traum in der Schatulle ruht, werde ich nicht aufhören. Zu leben.

Und wenn du mich suchst, ich bin hier.
Hier.
 

Die Verzweiflung ist der größte unserer Irrtümer.

Luc de Clapiers Vauvenargues

 

 

7 commentaires

  1. wirklich sehr schwierig, du brauchst sicher ne Menge Mut und Kraft, wenn du mal soweit bist, deine Dämonen zu vertreiben, die Verarbeitung solcher Dinge ist halt sehr schwer … ich denk an dich … lg tb

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