Rien ne va plus!

Eigentlich hatte ich mir diesen Tag gaaaaanz anders vorgestellt. Er begann so wunderbar sonnig, wie alle anderen letzten Tage auch. Ich konnte mit dem Fahrrad durch den recht frischen Morgen kullern und kam frohen Mutes in der Firma an. Zeitgleich mit einer Horde Handwerkern. Noch einmal Krach und Hektik ertragen, ab Montag haben wir Büroküche und -toilette wieder für uns.

Schon wieder habe ich meinen Schreibtisch pickepackevoll mit Arbeit. Ich habe mir wirklich alle Mühe gegeben, aber heute musste ich das Büro früher verlassen. Und weil dieser Aufbruch alles andere als harmonisch vonstatten ging, sieht mein Schreibtisch aus, als käme ich gleich wieder. Egal. Kurz bevor ich loswollte, sowieso schon irgendwie zu spät, wegen Arbeit, übervoller Blase und ‘ichweißgarnichtmehrwomirderkopfsteht’, klingelt das Telefon. Am anderen Ende eine Lehrerin aus der Schule meines Sohnes. Peng!, es ist mal wieder so weit. Mein Kind hatte im Sportunterricht eine rüde Begegnung mit einem Reck und liegt mit einer Platzwunde am Kopf darnieder. Mein Herz ist schlagartig aus dem Takt geraten und losgerannt wie ein Hochleistungssprinter. Das Kopfkino war vom Allerfeinsten und ich spürte sofort meinen in letzter Zeit enorm nervösen Magen.

Es hätte nichts genutzt, wäre ich mit dem Rad zur Turnhalle gefahren. Mit dem Jungen 20 Minuten bis zum Krankenhaus laufen, keine gute Idee. Oma muss ran. Bloß gut, dass es Mobiltelefone gibt. Bloß gut, dass Oma gerade Zeit hatte.

Ich bin aus dem Büro gestürmt, ich hatte da ja auch noch einen dienstlichen Termin wahrzunehmen. Mein Fahrrad habe ich beim Handkusshaus geparkt, habe völlig abgehetzt meine Lieblingskollegin geherzt, dann bin ich wieder nach draußen gestürmt, habe Oma die Chipkarte für das Kind übergeben und wir sind mit einigen Kollegen zu unserem Termin aufgebrochen. Eigentlich sollte das Ganze eine relaxte Angelegenheit werden, war es auch, nur für mich nicht. Ich war die ganze Zeit bei meinem Unfallkind und habe gestaunt, wie flott er es trotz zig anderer Erfahrungen zur behandelnden Ärztin in der Notaufnahme geschafft hat. Sie hatte ich irgendwann an der Strippe, sie gab mir noch einige Hinweise, auf was ich achten soll in den kommenden Tagen und bat mich am Montagmorgen mit meinem Kind zur Nachsorge in die Notfallsprechstunde.

Unfallkind

Da hat er sich einen ordentlichen Schmiss zugezogen, er wird eine Narbe behalten, für eine Gehirnerschütterung spricht vorerst nichts, aber das behalte ich sowieso im Auge. Bloß gut, dass er mit Oma unterwegs war, denn jedwede Anstrengung war kontraproduktiv. Oma musste noch einmal zur Notaufnahme, weil die Platzwunde nach einer halben Stunde Zuhause weiterblutete.

Ich habe meinem Unfallkind auf dem Heimweg ein lang gewünschtes Buch als Trostpflaster gekauft. Zuhause erwartete mich oben gezeigter Anblick und mein Herzchen ratterte ordentlich, als ich ihn sah. Erleichtert hat mich, dass er dennoch ganz gut drauf ist. D.h. sein Appetit ist ungebremst, gutes Zeichen, motzen und meckern funktionieren prima, seeehr gutes Zeichen.

Diese und letzte Woche, ich brauche nichts mehr. Doch, ich habe endlich Melissentee gekauft, dazu viel frisches Obst und Gemüse. Ich muss das Wochenende unbedingt zur Regeneration nutzen, sonst kegelt es mich bald aus den Puschen, ich spüre meine Grenzen schon sehr deutlich.

Hallo Wochenende, selten habe ich mich so über deine Anwesenheit gefreut.

 

Zerre deine Gedanken weg von deinen Sorgen, an den Ohren, den Füßen oder auf sonst eine Art, die dir recht ist. Das ist das Gesündeste, was ein Körper tun kann.

Mark Twain

 

 

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