Wie gehstn damit um?

Es gibt in meinem Leben seit Anbeginn etwas, das immer wieder wie ein großer, mächtiger Schatten über allem schwebt, the pain in my neck, ein Krafträuber par excellence. Dieses Etwas lässt mich nicht los, es klebt an mir, verbunden durch elementaren Leim. Ich sinniere seit Jahr und Tag, wie ich umgehen soll mit diesem großen Etwas, was mich oft so unbedeutend klein werden lässt, mir die Luft zum Atmen nimmt, mich aus allen Himmeln nach unten zerrt.

Irgendwann muss eine Lösung her, mit der die Welt und vor allem ich gut leben kann. Noch wehre ich mich gegen ein endgültige, finale Lösung, weil « das macht man nicht », das wäre schäbig und ich habe schließlich viel zu verdanken. So das Empfinden derer, die außen stehen und nicht den Hauch einer Ahnung haben, wie belastend ein einziger Mensch sein kann. Wäre ich selbst mit diesem absoluten Cut zufrieden? Mir sind meine gebundenen Hände bewusst, ich kann nur mich ändern, alles andere entzieht sich meinem Einfluss vollends. Mir gelingt der Spagat zwischen meiner eigenen Realität und der Macht der Worte und Signale einfach nicht konstant, Gelassenheit schaffe ich nur temporär, mit dem stetig ansteigenden Stresslevel werde ich zunehmend dünnhäutiger und dann treffen mich all diese Nickligkeiten wie fiese Nadelstiche.

sunrise

Dann kommt die Einsamkeit, sie bricht brachial zwischen Zufriedenheit und Glück herein und hey, ich will das so nicht. Mehr. Ich baue mich doch nicht ständig wieder mühsam auf, damit dann ein Anderer alles wieder einreißt. Leider wohnt in mir kein unbegrenzt abbaubares Energie-Reservoir, es ist mühsam, sich immer wieder aus dem Startblock hochzukämpfen.

Eigentlich kenne ich die Lösung sehr genau. Diese würde einen kompletten Neuanfang an einem ganz anderen Ort auf diesem Planeten bedeuten. Brachial, ja. Aber die einzige Lösung, die mich voll und ganz Aurélie sein lässt, bevor ich mich vollends verliere. Zu diesen Gedanken passt mein Zirkusleben perfekt. Ich habe in meinem Dasein noch nie länger als 11 Jahre an einem Fleckchen Erde gelebt, ich bin bereits dreizehn mal umgezogen und habe bis heute noch nicht den Ort gefunden, der mir ein Gefühl von totalem Ankommen vermittelte.

Ich suche nicht.
Ich will sein.
Ich selbst.
Leben. Lieben. Lachen.
 

Schmal ist der Pfad, der zum Leben führt, und wenige können ihn finden, denn er ist im Menschen selbst, auch weil nur wenige den Weg des Lebens suchen. Die meisten suchen den Weg für andere, deshalb finden sie ihn niemals für sich.

Lucy Mallory

 

 

6 commentaires

  1. Dieses mit der ewigen « Drucksache » im Nacken hätte ich können nicht derart treffend beschreiben, wiewohl ich es nur zu gut kenne!
    Ich halte mich auch stets an den Spruch der Bremer Stadtmusikanten: Etwas besseres als den Tod findest du überall….

  2. Als Außenstehende zu raten, fällt sehr schwer. Zumal du jetzt einen Job gefunden hast, der Dich ausfüllt und Dir gefällt. Ein Ortswechsel wäre also auch mit dem Risiko verbunden, wieder zum Amt zu müssen. Alternativ wäre erst ein Job zu finden und dann diesem hinterherzuziehen. Auch eine Möglichkeit.
    Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass eine gewisse räumliche Entfernung zu manchen Menschen nicht schlecht ist. Familienmitglieder beispielsweise. Und, obwohl ich überhaupt keine Freundin von Kontaktabbrüchen bin, kann es manchmal gut sein. Das erlebe ich aktuell auch. Nicht ich habe eine Funkstille provoziert, sondern jemand anders. Erstaunlich für mich, wie gut und wie viel besser es mir damit geht. Endlich keine Erwartungshaltungen mehr erfüllen (müssen), keine Vorwürfe wegstecken, keine Spitzen ertragen. Ich glaube, es ist gut so.
    Die Frage, die in meinem Kopf spukt, ist die, wie ich später mit Gebrechlichkeit und ggf. notwendiger Hilfeleistung umgehen werde. Aber noch ist ja Zeit…

    1. Der Ortswechsel findet wenn, dann erst in ein paar Jahren statt, wenn mein Kind auf halbwegs eigenen Beinen steht. Aus der Schule reiße ich ihn nicht mehr raus. Für mich gibt es keine andere Lösung, weil ich nicht alles im Leben steuern und lenken kann. Will ich auch gar nicht. Die Gewissheit, dass der große Rest nur mit stoischer Gelassenheit erträglich wäre, forciert den Wunsch, irgendwo neu anzufangen.
      Vor einiger Zeit stolperte ich über eine enorm aufschlussreiche Webseite zu ‘meinem’ Thema, mir gingen die Augen über beim Lesen und mir wurde klar, selbst aktiv werden funktioniert nur hinsichtlich eigener Konsequenzen. Auch ich bin kein Freund von Kontaktabbrüchen, gar nicht, aber als Ergebnis einer bereits real existierenden Distanz, nicht weiter verwunderlich.
      Könnte alles so schön sein, isses aber nicht. Meh.

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