Bedarfshalt

Einen entscheidenden Vorteil hat das aktuelle Tohubawohu – ein jeder Arbeitstag und die Woche vergehen wie im Fluge. Ehe ich mich versehe, ist morgen schon Freitag und mir bleibt nur die Feststellung, dass ich ganz schön gut bin.

Ich gebe es zu, der gestrige Tag war einer der härtesten in dieser Woche, die Papierstapel auf meinem Schreibtisch nahmen gar schwindelerregende Höhen an und dann kommt immer der Moment, in dem ich einfach nur bei mir bleiben und auf meine Kraft vertrauen muss. Den Gedanken, ich könnte es nicht packen, schiebe ich weit von mir, natürlich werde ich es schaffen! Und so sortiere ich mich durch die Stapel, falte Rechnungen, lege ab und Stück für Stück nehmen die Stapel überschaubarere Höhen an.

Ich habe natürlich nicht alles geschafft gestern, aber damit kann ich durchaus leben, heute ist ja auch noch ein Tag. So widme ich mich dann den Restarbeiten und schließe bis zum Mittag mein Tun in Sachen ‘Extrawurscht’ ab. Alle Briefe liegen zum Versenden bereit und ich widme mich nach der Pause endlich den dringend notwendigen Aufgaben meiner eigenen Firma, der Stapel zu buchender Rechnungen ist, kaum dass ich ihn tagelang außer Acht gelassen habe, auf Rekordniveau angewachsen. Unglaublich, ich komme nicht mehr hinterher, auch weil die einzige Kollegin, die mit mir den buchhalterischen Bereich betreut, vollauf mit dem Jahresabschluss beschäftigt ist und sich damit alles in meiner Verantwortung befindet. Uff. Ruhig bleiben. Struktur bewahren. Was ich heute und morgen nicht schaffe, arbeite ich in der kommenden Woche ab.

Auf das staubige, zugige und laute Drumherum gehe ich nicht mehr weiter ein. Die Welt ist ein Irrenhaus und in unserer Geschäftsleitung momentan die Zentrale. Bloß gut, dass wir diesem Zusatz-Chaos alle mit einer großen Portion Humor begegnen können, sonst würden wir vermutlich wirklich bekloppt werden.

Das einzig Negative an diesem Drunter und Drüber ist die Tatsache, dass das Handkusshaus für mich jetzt erst einmal passé ist. Ich bin zwar traurig, weil ich damit meine Lieblingskollegin nur mehr sporadisch sehe, aber ich habe volles Verständnis dafür, dass jetzt alle Kraft der Lücke gilt, die eine Kollegin mit Langzeiterkrankung in die Abläufe reisst. Wie immer gilt, denke nie gedacht zu haben, dass du schon einiges erlebt hast, arbeiten in dieser Firma setzt immer noch einen drauf. Haha.

Das Putzen heute hatte eine durchaus meditative und absolut beruhigende Wirkung auf mich, jetzt genieße ich noch ein bisschen das Lob meiner Finanzbuchhalterin, die voller Begeisterung ausrief, wie gut ich bin, nachdem ich ihr Vollzug melden konnte und freue mich wie Bolle, dass ich diese hammerharte Woche so gut gewuppt habe. Ich, die makelbehaftete Alleinerziehende. Damn, bin ich gut. Yeah.

 

Nur wer es wagt Grenzen zu überschreiten, kann über sich hinaus wachsen.

Ralph Waldo Emerson

 

 

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