Ein Tag in Zahlen

10. Februar 2014 – Ein Tag im Leben einer durchschnittlichen Alleinerziehenden.

5:45 Uhr – Der Wecker piept pünktlich und unerbittlich los.
5:50 Uhr – Routiniert spule ich das Morgenprogramm ab. Teewasser aufsetzen, Thermoskannen und Tassen befüllen, Kaffee kochen, Pausensnacks und Frühstück herrichten.
6:15 Uhr – Im Nachwuchszimmer piept der nächste Wecker, ich schleiche mich leise hinein für eine kurze Morgenknuddelrunde, sonst kommt mein Großer nicht auf Touren.
6:30 Uhr – Wir finden uns in der Küche zum Frühstück ein und beschnattern, was der Tag bringt, kleine Aufgaben werden verteilt und gekichert. Wie immer.
6:55 Uhr – Mein Großer zieht sich an und macht sich auf den Weg zur Schule.
7:00 Uhr – Mir bleiben noch 30 Minuten ganz für mich allein, das brauche ich morgens sehr.
7:30 Uhr – Ich verlasse das Haus, um kurz danach im Büro einzutrudeln. Ich starte meinen Rechner und widme mich zuerst der Post.
8:00 Uhr – Kleine Besprechung im Team, was heute am meisten brennt und erledigt werden muss. Dann starten wir alle durch.
11:45 Uhr – Mittagspause, immer eine gelöste Zeit mit viel Lachen und entspannten Gesprächen.
12:15 Uhr – Es geht weiter.
15:00 Uhr – Heute mache ich überpünktlich Feierabend.
15:15 Uhr – Ich parke das Fahrrad im Keller, flitze nach oben in meine Wohnung, mein Zeitfenster jetzt beträgt eine Stunde um einen Obstsalat zusammenzuschnippeln und die Waschmadame anzuwerfen.
16:15 Uhr – Ich flitze wieder nach unten, hole das Fahrrad aus dem Keller und fahre schnell wie der Wind zum Rathaus. Ich steige die Treppen nach oben und finde mich im ehrwürdigen Bürgersaal wieder.
16:30 Uhr – Unsere Betriebsversammlung beginnt pünktlich, ich sitze in der ersten Reihe und fühle mich etwas unbehaglich.
18:45 Uhr – Nach den Vorträgen der Betriebsratsvorsitzenden, unseres Chefs und meiner Kollegin darf ich endlich meinen schmerzenden Pöppes von dem hübschem, aber enorm unbequemem Gestühl erheben. Mein Magen knurrt.
19:00 Uhr – Endlich Zuhause, schnell das Fahrrad wieder in den Keller bringen und nach oben flitzen. Mir ist ein wenig übel, aber ich bin glücklich, dass ich diesen Tag gewuppt habe.
20:00 Uhr – Der Abwaschberg ist erledigt, die Wäsche hängt auf dem Trockenboden, mein Kind hat seine abendliche Knuddelrunde bekommen, Frau Sterntau ist in ihre Wohlfühlklamotten gekrabbelt und braucht gar nichts mehr. Außer vielleicht eine feste Umärmelung…

Ich bin glücklich und zufrieden.
 

Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen, doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

Vincent van Gogh

 

 

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