Der letzte Urlaubstag

Je länger der Urlaub dauert, desto besser schlafe ich. So tief und fest, völlig fortgerissen in fernen und momentan sehr traumstillen Zeiten. Ich brauche morgens immer ein Weilchen, bis ich wieder ins Hier und Jetzt zurückfinde. Für mich ist solcher Schlaf der pure Genuss, losgelöst von allem im Nichts verschwinden, herrlich.

Dieser Sonntag war extrem entspannt. Ich musste kein Mittagessen kochen, nur aufwärmen. Das Essen war wunderbar, der Nachtisch, dieser wunderbar saftige Obstsalat, so lecker. Sonne tanken mit dem Mittagessen, das ist schon etwas Besonderes. Und so entspannt ging es auch weiter. Die Abwaschberg erschien heute nicht so groß und ich habe es mir mit einem Tässchen Tee neben meinem giggelnden Kind auf der Couch bequem gemacht. Der junge Mann schaut mit Begeisterung die neuesten DVDs im Hause Sterntau und kichert, dass sich die Balken biegen.

Er hat sich dann irgendwann zu seinen Großeltern aufgemacht, während ich mit fünf vollen Mülltüten bepackt in eine andere Richtung losgezogen bin. Erst einmal den ganzen Müll abladen, der mich so nervt, weil es davon viel zu viel gibt. Danach habe ich handgeschriebene Post zum Briefkasten gebracht und bin dann mit einem kleinen Umweg zu meiner Ich-schenke-dir-Zeit-Station marschiert. Als ich ankam, waren die Hände kalt, aber der Kopf klar. Als ich wegging, regnete es draußen Bindfäden, ich hatte keinen Schirm dabei und fand das gar nicht schlimm. Zeit schenken macht froh ums Herz.

Zuhause angekommen hatte mein tolles Kind schon den Tisch für das Abendbrot gedeckt und wir haben es uns mit dem Brot von gestern, Sie erinnern sich, und einem weiteren Salat schmecken lassen. Danach hat sich mein Kind auch noch um den Abwasch gekümmert. Er ist so ein Goldstück, ihn muss man lieben.

Und so neigen sich ein toller Tag und der komfortabel lange Jahresendurlaub ihrem Ende zu und ich starte morgen in das neue Arbeitsjahr. Ich befürchte, es geht gleich wieder in die Vollen, der Monatsablauf hält schließlich wegen urlaubender Mitarbeiter nicht die Luft an, haha. Nun denn, ich bin bestens erholt, also auf gehts!

 

Der Wanderer auf seinem Irrweg sieht doch zu seinem Trost immer wieder eine neue Gegend vor sich, und damit erwacht immer wieder in ihm die Hoffnung sich zurechtzufinden; dagegen einer, der sich in sich selbst verirrt hat, bewegt sich auf einem so kleinen Gebiet, daß er immer dieselbe wohlbekannte Gegend durchwandern muß; und obwohl er sich dessen bewußt ist, findet er doch keinen Ausweg.

Sören Kierkegaard

 

 

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