Für Langschläfer wie mich zählt es definitiv zur Nacht, wenn der Wecker 5.54 Uhr anzeigt. Als ich heute um die Uhrzeit aus dem tiefsten Schlaf hochschreckte, war ich mir sicher, ich habe verschlafen und stand in Nullkommanichts vor meinem Bett wie ein Derwisch meine Haare zusammenraffend, die Puschen suchend, um auf Toilette hetzen zu können. Dort angekommen warf ich einen Blick aus dem Fenster und fand es komisch, dass draußen niemand unterwegs war. Es dauerte, bis ich kapierte, dass heute Sonntag ist
Komisch, so eine innere Uhr….
Ich trollte mich wieder in mein Bett, lag allerdings nur sinnierend wach, minutenlang bewegungslos, das Chaos im Kopf sortierend, Kopfschmerzen ahnend. Eine merkwürdige Zeit ist das, ich beschäftige mich mit Themen und Menschen, die mir gleichgültig sein sollten. Stattdessen zermartere ich mir solange den Kopf, bis es Schmerzen macht.
Das Frühstück bestand heute lediglich aus drei Pötten Kaffee, während ich dem Hasenkinde zusah, wie er seine Schüssel Cornflakes verdrückte. Er bat mich, seinem Lego-Ferienhaus ein Dach zu verpassen - erledigt. Ich wollte ein paar Reihen stricken - erledigt. Die gestrige Zeitung gab ein Stellenangebot preis - auch erledigt.
Dann hing ich wieder mit meinen Gedanken rum und ehrlich, ich bin momentan um jede Ablenkung dankbar. So wird das Hasenkind wieder ein paar Runden mit dem Karussell beim Stadtfest drehen können, ich werde ein paar Menschen beobachten und mich einfach treiben lassen im Gewühl…
Und morgen dann kann die innere Uhr wieder vorschriftsmäßig ihren Dienst tun und mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf kegeln.





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