Mi aime jou

Julimorgen
 

Und wir werden zusammen schweigen –
und ich werde mein Haupt an dich legen –
und du wirst dein Haupt auf mich neigen –
und ich werde den Nacken bewegen
und deinen Lippen entgegenstreben
und Leben
von ihnen trinken
und ihnen spenden –
und wieder zurück dann sinken
und Brust nur und Wimper noch regen –
und dann werden wir wieder zusammen schweigen –
um dann aber das Schweigen zu enden –
und aber zu enden in Schweigen –
in ewigen Wenden.

Christian Morgenstern

 
Juliabend
 

 

C’est l’été

Das erste Wochenende im Juli war bestimmt von einem Firmenjubiläum, einem Trödeltag und 30 Kilometern auf dem Fahrrad. Ich lasse einfach Bilder sprechen …

Leibspeise im Sommer

Mikrofon

Jungfer in bleu

rosé

grün

Der Tropfen

lila

pink

Sommersonnenmittag im Juli

So ein Juli, so ein Sommer sind vor allem eins: bunt. Und ich liebe es. Frisches Obst und Gemüse, alles grünt und blüht, die Sonne wärmt und tut der Seele gut. Ich brauche nicht viel mehr zum Glücklichsein.

 

Der Mensch hält sein Schicksal für etwas Fremdes, weil ihm das innere Band verborgen ist. Aber die Seele enthält jedes Ereignis, das sie erleben wird, denn das Ereignis ist nur der Gedanke, der sich nach außen projiziert, und das, worum wir zu uns selbst beten, wird uns immer gewährt.

Ralph Waldo Emerson

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Holla the woodfairy!

Was am Morgen ein ruhiges Frühstück, ist mir abends die tägliche Golden Milk. Damit lande ich immer wieder auf dem Teppich. Nach einem solchen Tag habe ich das schon nötig. Hui, die Post ging ab, nie unangenehm oder belastend, sondern in positiven Ausmaßen.

Frühstück

Ich bin auch heute nicht dazu gekommen, in meinem Büro mal ein bisschen gegen den Staub zu kämpfen, aber das habe ich mir für die kommende Woche ganz fest vorgenommen. Männer und Büros, irgendwie siegt da immer der Staub. Wird Zeit, dass ich klar Schiff mache.

Sommermorgen

Neben einem dauernörgelnden Bewohner am Morgen fand ich auch die Tatsache zum Schießen, dass eine Bewohnerin sporadisch die Türschilder ihrer Mitbewohner versteckt. Muah. Und keiner weiß, was man dagegen tun soll, festkleben ist nicht, anderweitig festmachen auch nicht. Ich habe gestern und heute schon neue Schilder ausgedruckt und bin mir sicher, am Montag drucke ich weiter. Tja, liebes Unesco-Ding, in einem Haus voller Menschen in Anderswelten braucht es eher praktische als designte Dinge. Ich bin gespannt, wie es wohl weitergehen wird. Diese kleine Episode lässt jedenfalls mein Herz aufgehen.

Ich liebe eine bestimmte Pflegekasse. Immer unkompliziert, immer freundlich und hilfsbereit und immer korrekt. Buuuuh —> so ziemlich alle anderen Pflegekassen. Ein Beispiel… Mit einer Pflegekassen-Angestellten telefoniere ich einmal pro Monat wegen dem Kurzzeitpflegeaufenthalt einer Dame im Dezember letzten Jahres (sic!). Es geht um 330 Euro ca. und alle vier Wochen ruft sie an, fragt etwas zu dem Aufenthalt von nicht einmal einer Woche, ich gebe ihr die immer gleiche Antwort, sie sichert die Zahlung zu und … zahlt nicht. Hat was von Realsatire. Meine FiBu findet das nicht so lustig, ich sah letztens eine Halsschlagader mächtig pulsieren. Haha.

Der andere Arbeitsbereich hat gar nicht lange gebraucht, meinen neuen Wirkungskreis und die ebenfalls neue Telefonnummer herauszufinden. Eine Kollegin hat mich heute bestimmt fünf Mal angerufen und ich habe sie telefonisch supported. Ja, da staune ich doch über mich selbst. Das Wechselspiel zwischen jung und alt wuppe ich mittlerweile mit links, da hakt nichts mehr aus, wenn ich den Spagat wage. Früher musste ich mich danach immer eine Weile sammeln.

Sommerabend

Ich hatte trotz aller Arbeit noch Zeit für einen Plausch mit meiner Lieblingskollegin, das tut meinem Seelchen immer wieder gut. Ich konnte die Mittagspause wieder in der Sonne verbringen mit meinem schmackofatzigen Quinoasalat. Ich konnte radeln, ich wurde auf dem Arbeitsweg von meinem Lieblingsmenschen begleitet, ich habe atemberaubend duftende Lindenbäume erschnuppern dürfen und zu aller Krönung hat mich vorhin beim Yoga ein Schmetterling in meinem Wohnzimmer besucht. Schnallapeng, ich schnalle gerade selbst gehörig ab, wie das allet looft, ey!

Wissen Sie was? Es geht mir gut, so guuuuut. Quiek.
 

Liebst du das Leben?
Dann vergeude keine Zeit, denn daraus besteht das Leben.

Benjamin Franklin

 

 

Sleepless in July

Für so eine Harmoniekuller wie mich ist das aktuelle Tohubawohu wieder einmal völlig ungeeignet. Das Gezerre um meine Arbeitskraft hat eingesetzt und ich muss kämpfen, dass ich nicht auf der Strecke bleibe. Eigentlich habe ich den totalen Sockenschuss, der eben verabschiedete Kollege hat einen Bruchteil der Arbeit erldigt, die ich mir auf meine Schultern lade und ist mehr als zwanzig Jahre ausgesprochen ruhig durch die Botanik geschippert. Ich brauche eine Herausforderung und Langeweile in der Arbeit ist mehr als ätzend, also packe ich mir die Schultern voll. Ich kenn das ja, ich bin das gewohnt. Was ich nicht gewohnt bin, ist die Selbstverständlichkeit und mitunter anmaßende Respektlosigkeit, die hier und da ins Kraut schießt. Leute, mein Tag hat auch nicht mehr als 24 Stunden und ich bin alleinerziehende Mutter, darauf dürft ihr sehr gern ein bisschen Rücksicht nehmen. Danke.

cloudy

Gestern Abend fand ich noch recht gut in den Schlaf, wurde allerdings um kurz nach 1 Uhr in der Nacht wach und habe eeeewig gebraucht, bis ich wieder einschlafen konnte, bis einen gefühlten Wimpernschlag später schon der Wecker klingelte. Gnahü. Schlafmangel beschert mir grundsätzlich eine ekelhafte Übelkeit, ich musste mich zum Frühstück zwingen. Dafür beschloss ich spontan, unterbuttern lasse ich mich nicht (mehr). Der doppelt ausgeprägte Stier in mir schoss ins Kraut und der Kampfeswille feierte ein kleines Comeback.

cloudy

So gesehen muss ich mich gar nicht fürchten, alles ist gut und ich bin durchaus in der Position, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich muss mich nicht verstecken oder vor irgendwem kuschen, ich kann sagen, was ich will und was nicht. Ganz einfach eigentlich, wenn man nicht gerade Aurélie heißt.
Später am Tag war ich stolz auf mich und fühlte mich ein bisschen, als hätte ich zu viel gesoffen gestern Abend. Nichtsdestotrotz, der Stier² hat dann doch noch viel abgearbeitet. Heute bin ich stolz auf mich und müde wie nichts Gutes.

Quinoasalat

Mir stehen zwei arbeitsintensive Tage im Handkusshaus bevor, deshalb habe ich nach diesem langen Tag noch einen Quinoasalat gezimmert. Das Zubereiten bringt mich runter und das Ergebnis wird mir morgen guttun. Der vegane Anteil meiner Ernährung legt ständig zu und ich fühle mich damit verdammt gut.

Ich bin auf dem Weg. Meinem Weg.
Und ich vertraue.
Alles wird gut.
Richtig gut.
 

Wenn du deine Aufmerksamkeit so viel wie möglich im Körper hältst, dann bist du im Jetzt verankert. Du verlierst dich weder in der äußeren Welt noch in deinem Verstand. Gedanken und Gefühle, Ängste und Wünsche können dann zwar noch da sein, aber sie überwältigen dich nicht.

Eckhart Tolle

 

 

Funkstille?

Ich weiß, ich weiß, es schleift gehörig hier. Mich plagt allerdings kein schlechtes Gewissen. Auch wenn ich nun bereits einen Monat lang fünf Stunden pro Woche mehr arbeite, irgendwie ist am Ende des Tages viel zu wenig Zeit übrig und davon abgesehen tröpfelt mein Leben gerade nur so vor sich hin. Nach all dem inneren Tohubawohu der letzten Wochen kommt mir ein bisschen interne Ruhe auch äußerst gelegen.

Les roses et moi

So langsam trudelt sich ein Rhythmus ein, der neue Arbeitsvertrag hat ordentlich Staub aufgewirbelt und ich muss in zwei Büros und hier daheim einiges neu sortieren. Dabei spüre ich die Kraft, die ich in den letzten Jahren hinzugewonnen habe. Ich kann jetzt klar und deutlich sagen, was ich will und was nicht. Früher war ich eine eher verhuschte Schissbuchse, mittlerweile behaupte ich mich. Ich staune über mich selbst und bin stolz, weil ich meinen Platz im Leben gefunden habe.

lila

Dieses “sich behaupten” zieht auf ganzer Ebene Klarheit nach sich. Früher herrschte an vielen Orten meines Daseins ein gepflegtes Chaos und ich war von den vielen Baustellen mitunter massiv genervt. Mit dem Eintakten kam die Entspannung in Etappen. All die kleinen und großen Knackpunkte wandeln sich nach und nach in Perlen um und das führt zu tiefer Zufriedenheit. ‘Eigentlich ist es ganz einfach’ dachte ich irgendwann. Der Weg bis dahin war allerdings gar nicht einfach zu beschreiten, es war die reinste Tortur für mich und ich bin auch noch längst nicht am Ziel. Aber hey, alles zu seiner Zeit, nicht wahr?

Ich bleibe auf jeden Fall dran und bin mir sicher, alles wird gut.
 

Man muß die Musik des Lebens hören.
Die meisten hören nur die Dissonanzen.

Theodor Fontane

 

 

Erwartung & Loslassen

Was erwarten Sie denn von mir? Erwarten Sie generell viel von anderen und sich selbst? Seien Sie ehrlich.

Kein Drama. Nö.

Der Duden sieht folgende Bedeutungen im Thema Erwartung:

  1. Zustand des Wartens, Spannung
  2. vorausschauende Vermutung, Annahme, Hoffnung

Mein großes Thema seit einiger Zeit ist genau dieses. Ein bisschen fühlt es sich an, als würde ich an einer hochkomplexen Dissertation arbeiten. Vierzig Jahre Leben nach Schema F haben sich heftig eingebrannt, antrainiertes Verhalten schlägt an wie ein Pawlowscher Hund und vor ein paar Tagen bin ich gar jämmerlich auf den Arsch gekracht, kein Land mehr sehend und verzweifelt, weil sich all diese Anhaftungen wie stetig enger werdende Stricke um meinen Hals wickeln.

Das geht so nicht, möööp! Okay, ich bin nicht gut im Loslassen, aber in der Vergangenheit ist es mir bei nicht minder bedeutsamen Aufgaben auch gelungen. Und wie? Gute Frage. Ich gebe zu, ich bin oft kein bewusst steuernder Mensch. Es gelingt mir nie, in einer bestimmten Situation den Verstand anzuknipsen und auf Kommando loszulassen. Ich nutze vielmehr meine gedanklichen Zwiegespräche im Vorfeld dazu, mich mental auf eine Situation einzustimmen. Diese Taktik hat den entscheidenden Nachteil, dass mich Überraschungen jedweder Art gelinde gesagt überrollen. Eine weitere Baustelle, die noch ein bisschen warten muss.

Mir ist wichtig, dass ein Jeder so sein darf, wie er sein will. Ich muss/kann/will/darf niemand in seiner Art bewerten und/oder beurteilen, das steht mir einfach nicht zu. Punkt. Im Grunde ist es mit Situationen nicht anders. Nichts im Leben geschieht ohne Grund, niemand läuft uns umsonst über den Weg, jedes Erlebnis ist eine Reflektion unseres Seins. Daraus kann ich mitunter viel lernen, aber auch staunen ob der wohlig warmen Wellen, die mein Wirken zuvor ausgelöst zu haben scheint.

Ich erwarte nichts. Von meinem Leben nicht und den Menschen darin sowieso nicht. Erwartungen schaffen Unfrieden. Ich habe schon sogenannte Freunde verloren, weil ich deren Erwartungen nicht gerecht werden konnte. Und wollte. Erwartungen anderer Menschen an mich sorgen für Unwohlsein. Ich gebe, was ich geben will, was ich zu geben in der Lage bin und nicht, was irgendjemand von mir haben will.

Wie von Herrn Duden bereits festgestellt, wer erwartet, wartet. Ich warte nicht gern, ich lasse lieber los. Erwartungen bauen bei so ziemlich jedem Menschen Druck auf. Druck sorgt für Übersprungshandlungen, die mitunter im sehr falschen Moment enorm massive Lawinen lostreten. Das braucht doch kein Mensch, da sind wir uns sicher einig. An dieser Stelle tritt die Geduld auf den Plan und mein Glaube an das Schicksal. Im richtigen Moment fügt sich alles wie von unsichtbarer Hand gelenkt zusammen und dann staunt Frau Sterntau Bauklötze, was nicht zum ersten Mal passiert.

All das kann man üben, wenn man will. Ich übe tagtäglich von Neuem, auch bei Menschen, die mir nicht sonderlich sympathisch sind. Ich übe Gelassenheit und Offenheit und schaue genau hin, was mein Gegenüber mir mit seiner Art sagen will.
Und plötzlich ist da sehr viel Ruhe in mir, keine Abneigung gegen irgendwen oder irgendwas, keine Ablehnung meines Schicksals. Nur Liebe.

Amor fati.
 

Erwarte nichts. Heute: das ist dein Leben.

Kurt Tucholsky

 

 

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