Einunddreißig Jahre alt ist das Album, dem ich gerade zum Ausklang der Woche lausche. Seitdem ich das Büro am Mittag verlassen habe, fällt enorm viel Druck ab. Diese Woche hat nicht nur bei mir volle Möhre reingehauen, im Büro und eigentlich in der kompletten Firma herrschte Ausnahmestimmung. Wobei das Ganze im dienstlichen Bereich mit einer ordentlichen Portion Humor unterlegt war, während mir privat diverse Male die Tränen im Knopfloch standen.
Ich wurde in dieser Woche einmal mehr an meine Situation im Hintergrund erinnert. Mittlerweile ist sie so dermaßen ins Nebensächliche gerutscht, sie tangiert mich nicht einmal peripher. Also muss sie sich wohl in Erinnerung bringen und altbekannte Ängste aufwirbeln. Ich mochte es noch nie, von irgendwem abhängig zu sein, meine persönliche Freiheit ist mir genau genommen seit Kindesbeinen an wichtig. Nun klebt seit acht Jahren etwas wie ein Jojo an mir und schnipst einem Bumerang gleich zurück, sobald ich es abschütteln will. In den letzten anderthalb Jahren rückten andere Dinge in den Vordergrund, das Jojo wurde zugeparkt, dem Bumerang die Flugbahn verstellt – das nötigt dem lästigen Etwas einen Paukenschlag ab, der seit Ende letzter Woche tobt. Brrrr.
Erneut bin ich in die Falle getappt, habe mich völlig aus dem Konzept bringen lassen, mich halbwegs in Verzweiflung aufgelöst. Dabei weiß ich doch, dass sich alles fügt und ich keine Angst haben muss. Vertrauen darauf, dass das Leben mir gewogen ist, ich übe weiter.
Die letzten anderthalb Jahre haben dafür gesorgt, dass mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gewachsen sind. Ich nehme die Dinge dann eben einfach in die Hand, telefoniere, suche Gespräche, öffne mich und vertraue. Dann setzt das große Staunen ein, weil wirklich alle hinter mir stehen. Keine Ahnung, wie das funktioniert und ehrlich gesagt ist mir das auch völlig wumpe. Sie glauben gar nicht, wie sich das anfühlt. Ich weiß jetzt, wie sich Glück anfühlt. Glück ist nichts Materielles oder Finanzielles, sondern etwas ganz anderes, etwas Elementares, mit Worten kaum zu beschreiben. Einfach abgefahren.
So war diese Woche zwar extrem ermüdend, andererseits auch ganz erfrischend. Ich nehme meine Lektionen an und übe, während im Hintergrund allet looft. Herrlich.
Der Weg zum Glück besteht darin, sich um nichts zu sorgen, was sich unserem Einfluß entzieht.
Epiktet
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