Kennen Sie das?
Wenn im Kopf Gedanken um ein Thema kreisen.
Mal nah.
Mal fern.
Und immer präsent, wenngleich oft auch nur rudimentär.

Ich zerlege die Thematik für gewöhnlich in ihre Einzelteile, versuche mich in alle Aspekte einzudenken, mir vorzustellen, was Menschen mit anderen Rahmenbedingungen wohl denken und fühlen würden. Irgendwann entwickelt sich ein großes Tohubawohu in meinem Kopf, alle Gedanken fliegen wild durcheinander und am Ende bin ich so schlau wie vorher. Dann ist die Zeit gekommen, alles aufzuschreiben oder zu kapitulieren. Manchmal nehme ich mir an diesem Punkt auch vor, nicht mehr so viel zu grübeln, was auch stets ganz hervorragend funktioniert. So etwa eine Stunde. Da kann es schonmal vorkommen, dass ich mir selbst auf die Nerven gehe, ich unbelehrbare Trulla.

Am besten denkt es sich für mich übrigens an einem Sonntag wie diesem morgens im Bett. Oder beim Bügeln. Oder wenn ich einer anderen eher stupiden Tätigkeit nachgehe. Ich glaube, ich gucke dann ziemlich entrückt aus der Wäsche.

Ob Sie es nun glauben oder nicht, ich brauche dieses Nach-innen-Schauen. An Tagen, wo mir dies nicht möglich ist, weil sich eventuell keine Zeit dafür findet, bin ich nicht ich. Die Denkerei und ich, wir sind dicke Freunde.
 

Welch ein unerschöpflicher Stoff zum Nachdenken: – Wir, wir selbst, – unsere Menschheit, die Unausdenkbarkeit unserer Fähigkeiten und Kräfte, – der Zweck unseres Daseins überhaupt, unsere besondere individuelle Bestimmung! …

Johann Kaspar Lavater