Auch anstrengend
Eine Woche Ferien vorüber und ich stelle fest, es ist anstrengend, das Hasenkind den ganzen Tag zu Hause zu bespaßen. Ich bin jeden Abend einfach nur hinüber und wünsche mir mehr denn je eine Auszeit, Urlaub, Tapetenwechsel, irgendwas davon. Leider ist nichts davon machbar und ich muss zusehen, wie ich weitere fünf Wochen bewältige. Irgendwie geht das immer, schon klar, denn in meinem Leben hat bislang immer alles irgendwie funktioniert. Aber irgendwie ist halt nicht perfekt und ab und zu wäre eine 100 %-Lösung auch nicht verkehrt. Na gut, ich wäre auch mit 99 % zufrieden.
Gerade eben, wo ich hier sitze und nicht mehr, als den Lüfter des PCs höre, wird mir bewusst, was am anstrengendsten ist – der Lärm. Herr Zwerg bedient in wachem Zustand pausenlos sein Mundwerk. Er redet auf mich ein, redet mit sich selbst, er ahmt alle, wirklich alle Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe, sogar U-Boote auf diesem Planeten und daneben nach. Es wird gebrummt, geschrammelt und getütatatet, was Mudders Ohren hergeben. Manchmal möchte ich mir einfach nur noch die Ohren zuhalten und bewundere dann still und heimlich alle, die mit Kindern arbeiten. Mir ist der Lärm, den mein Kind erzeugt schon zu viel, bei 15 Kindern auf einem Haufen müsste mich nach einer Woche das bunte Auto mit den viereckigen Rädern abholen.
Wann fährt wohl das nächste Schifflein zu einer einsamen Insel?






Wie sieht es denn mit Freunden vom Hasenkind aus. Ich bin früher immer den ganzen Tag im Freibad, Wald oder sonstwo mit meinen Freundinnen verschwunden. Weiterhin hat unsere Stadt immer für 2 Wochen Aktionen geboten mit Übernachten sogar. Das hat nur ganz wenig gekostet, sodass wir daran teilnehmen konnten. Gibt es keinen, bei dem man das Hasenkind zumindest für eine ganz kurze Verschnaufpause mal abgeben könnte? Sie haben mein volles Mitleid Fr. Sterntau.
Hm…. das Kindlein ist ein Einzelgänger, am liebsten mit sich allein. Hinzu kommt, dass wir kein Jahr hier wohnen und Kinder in direktem Umfeld gibt es nicht, die in der Schule kennen sich alle schon aus dem Kindergarten, er kam neu dazu. Und weil er sich sowieso schon schwertut, wird es wohl noch dauern, bis er erstmal einen Freund gefunden hat.
Ich war ja früher auch nur unterwegs – morgens nach dem Frühstück gings direkt los und ich kam erst wieder, wenn der Hunger oder Muttern mich heimtrieben
Ich wünsche mir oft, mein Kindlein könnte auch so aufwachsen….
Kannst Du nicht versuchen, Freundschaften etwas zu unterstützen? Gibt es vielleicht eine Mutter, die Dir sympathisch ist und deren Kind Ben sympathisch ist? Dann könnte man doch mal ein Treffen oder so vereinbaren. Ich stelle es mir schwierig vor, alle 6 Wochen mit dem Kind allein zu verbringen. Könnt Ihr nicht auch mal Familie und so besuchen?
Ich würde das jederzeit unterstützen, aber hier sind irgendwie alle so abwehrend, man kommt an keine Mutter ran
Das war schon im Kindergarten so, da habe ich es 3 Jahre lang nicht geschafft, an irgendwen näher als Smalltalk heranzukommen.
Familie sehen wir jedes Wochenende und ich gehe ja auch viel mit ihm raus. Vereine sind leider so überhaupt nicht mein Ding, sonst hätte ich dort auch schon in irgendeiner Form mein Glück versucht.
Hmmm. Mütter können echt doof sein.
Gibt es nicht vielleicht ein Kind, von dem er mehr spricht und wo man mal einen Versuch starten könnte?
Ja, doof ist das richtige Wort. Müttermafia nenne ich sie immer…
Es gibt da schon ein, zwie Jungs, von denen er öfter spricht. Allerdings weiß ich nicht, wo die wohnen, so dass sie in den Ferien sowieso unerreichbar sind. Und ausgerechnet die beiden sind auch so introvertiert und asketisch unterwegs, Hilfe.
Nun gut, in den Ferien wird das wohl nix mehr, da heißt es einfach nur durchhalten.
Arme Fr. Sterntau. Es ist wirklich nicht einfach, „neu“ irgendwo dazu zu kommen. Ich kenn das sehr wohl. Da ist man sehr davon abhängig, wie die Leute im Umfeld so drauf sind. Veranstaltet die Stadt oder in näherer Umgebung nicht ein Ferienprogramm, wo man mal anschnuppern könnte? Ansonsten hilft nur kleine Inseln am Abend schaffen, wenn der kleine Hase pennt. Ich wünsche für heuten schonmal einen erholsamen und eine gute nacht.
Da kann man doch nur hoffen, dass man diesen beiden Jungs mal zufällig über den Weg läuft.
Danke für eure Anteilnahme
Ja, ich tue mich sehr schwer, hier den Einstieg zu finden, obwohl ich sehr gern hier wohne. Na mal sehen, wie es so weitergeht….
Nur Mut, ihr dürft euch nur nicht in eurer kleinen eigenen Welt verkriechen. Auch wenn das manchmal sehr verlockend ist.
Ne, wir verkriechen uns nicht. Aber es ist irgendwie sinnlos hier, deswegen erhoffe ich mir keine Kontakte.
Ich wüsste da ein Schiff, das am 2. August um 9.15 Uhr auf eine schöne Insel fährt. Mit mir drauf…
[Wahrscheinlih tuten da aber auch viele Kinder - wäre doch auch langweilig ohne, irgendwie. Oder?]
Klingt gut, Frau Unterholz….
Aber nein, ohne Kind gehe ich nirgendwohin, ich würde ihn ja mitnehmen, damit er vom Tapetenwechsel auch ein wenig sprachlos würde