Kleiner Ausflug

Und den habe ich in der Hauptsache gemacht, um Gelassenheit zu üben. Nein, natürlich nicht. Normalerweise schnappe ich mir mein Kind und dann fahren wir mit der Bahn 35 Kilometer und machen uns in Herzbubbelhausen einen schönen Tag. Nun ergab sich das Angebot, dass wir wir mit einem Auto mitreisen könnten dorthin. Spart Fahrkosten für uns und ist ein klein wenig bequemer. Da sage ich nicht Nein. Bislang. Jetzt habe ich beschlossen, das tue ich mir zukünftig nicht mehr an.

Übergangsweise

Endlich bot sich mir einmal wieder die Gelegenheit, meine Lieblingsfamilienmenschen zu besuchen. In stillem Monolog habe ich ihnen gedankt, sie gedanklich umarmt und von Herzen geliebt. Ich kann das an jedem Ort, aber dieser ist so besonders, ein Ort absoluter Stille und Andacht.

Farblaub

Und zum ersten Mal nach beinahe zehn Jahren tut es nicht mehr weh. Weil ich losgelassen habe, ganz bewusst vor etwa sechs Monaten. Ich besuchte den Ort meiner Kindheit, bekam Zeit geschenkt und konnte in aller Ruhe und mit Bedacht Adieu sagen. Eine Konsequenz daraus erschloss sich mir heute sehr beeindruckend. Kein Schmerz, keine Tränen, nur Liebe und davon ganz viel aus tiefstem Herzen.

Stille

Dieses Empfinden gibt so viel Sicherheit, es manifestiert sich um mein Herz wie ein Schutzpanzer, an dem Sticheleien einfach abprallen. Du kannst mir nicht mehr wehtun, mich nicht verletzen, auch wenn du dich überlegen fühlst. Das ist niemand von uns, aber ich schenke dir sehr gern den Glauben, dass du es bist. Betrachte es als Abschiedsgeschenk.

So ein kleiner Ausflug an einem Tag im Oktober kann wunderbar Augen öffnen und Selbstsicherheit schenken. Genau dann, wenn man gar nicht damit rechnet. Ich freue mich sehr.

 

Sobald wir vermögen, diese Welt als Illusion und Trugbild zu betrachten, können wir alles, was uns widerfährt, als Traum betrachten, als etwas, das vorgab zu sein, weil wir schliefen. Dann werden wir scharfsinning und zutiefst gleichgültig gegen alle Unbill und alles Unglück des Lebens. Dann sind jene, die starben, um die Ecke gebogen, und deshalb sehen wir sie nicht mehr; dann gehen jene, die leiden, an uns vorüber wie ein Albtraum, wenn wir fühlen, oder wie ein unangenehmer Tagtraum, wenn wir denken. Und unser eigenes Leid wird nicht mehr sein als dieses Nichts.

Fernando Pessoa

 

 

Urlaub im Oktober

… ist einfach nur sowas von herrlich! Könnte aber auch auf jeden anderen Monat des Jahres passen. Haha. Ich genieße einfach ausgiebig. Den Himmel beispielsweise, gestern morgen so herrlich anzuschauen …

Montagmorgenglühen

Engel am Montagmorgen

Mit der Engelsparade begann ein arbeitsamer Tag für mich, den ich trotzdem genossen habe. Alles in Ruhe mit Zeit und Achtsamkeit tun zu dürfen ist eine Gnade. Ich bin so glücklich über die sichtbaren Erfolge aller Mühen und so wird dieser Tag in meiner Erinnerung verbleiben als einer, der mich meinem Ziel wieder ein Stück nähergebracht hat. Noch muss ich mich gedulden, noch muss ich ein wenig Zeit ins Land gehen lassen, aber vorbereiten darf ich hemmungslos und mit dem Mehr an Zeit in dieser Woche tue ich genau das. Mit Genuss.

Ausblick

Heute stand ein kleines Kontrastprogramm auf dem Plan. Sonne tanken, Haare aufhübschen, einen Termin ausmachen, einen neuen Gastronomen antesten, das letzte Eis des Jahres schlecken. Ja, wir haben alle Tagesordnungspunkte erfolgreich abgearbeitet.

Sonne tanken am Fuße des Turmes

Windgeschützt war es einfach herrlich in der Sonne, schattig und mit Wind, huah, ganz schön frisch. Zu dieser Jahreszeit trage ich keine Sonnenbrille mehr, die Sonne darf ungefiltert wohltun.

Wir suchen die Heimsuchung heim

Jetzt habe ich die Haare wieder schön. La Ola. Okay, sie waren vorher auch schön, sagt die Friseurin.

Auf die Spitze

Manche Details entdeckt man erst bewusst, nachdem man schon zigmal daran vorbeigelaufen ist.

Heimsuchung

Wissen Sie was? Es geht mir so fabelhaft, ich bin völlig tiefentspannt und genieße die freien Tage so sehr. Zum Quieken alles. Also weitermachen und genießen.

 

Wenn unsere Achtsamkeit diejenigen einschließt, die wir lieben, blühen sie wie Blumen auf.

Thich Nhat Hanh

 

 

25 am Sonntag

Auch wenn hier wieder einmal die Wolken, die unablässig über unser Minigebirge drücken, der Sonne die freie Sicht auf die Erde andauernd gestohlen haben, ich habe trotzdem den inneren Schweinehund besiegt und bin die obligatorischen 25 Kilometer auf dem Fahrrad gestrampelt. Es war kalt, es war windig, aber nachher hatte ich wunderfein rote Apfelbäckchen und frische Oktoberluft ist tief in meine Lungenflügel geströmt. Ich bin stolz auf mich heute. Heute? Aber immer doch!!

Plätschernder See

Am See halte ich immer eine kleine Rast ab. Einmal durchatmen, einmal die Beine lockern und die Natur wirken lassen. So nah am Wasser sind auch nur wenige Menschen, ich war ganz für mich. Nebenan spielte nur eine junge Frau ein interessant klindendes Instrument, in Verbindung mit dem Wind und dem vor sich hin plätschernden See war das ein ganz feines akustisches Erlebnis und um Längen besser als wild durcheinanderschnatternde Menschen.

Bunte Bäume

Der Herbst ist jetzt nicht mehr aufzuhalten. Die Bäume entledigen sich pausenlos ihrer Kleider, die Sonne wärmt kaum noch, der Wind ist schneidend und kalt. Ich war warm angezogen, mehrere Schichten Klamotten übereinander. Den kalten Wind sollte man nicht unterschätzen auf dem Fahrrad.

Wehrendes Wasser

Dieser Ausflug heute war das reinste olfaktorische Erlebnis. Als ich parallel zum alten Grenzfluss radelte, roch es nach Wasser. Nach kaltem Wasser. Den Geruch erklären kann ich leider nicht. Die alten Apfelbäume am Quälberg dufteten verführerisch nach … na was wohl? Und dort, wo kaum die Sonne hinscheint, roch es modrig und erdig par excellence. Das war ein Fest für den Geruchssinn.

Drückendes Gewölk

Hier können Sie die ständig über das Gebirge drückenden Wolken gut erkennen. Auf dem Gebirge liegt quasi ein zweites Gebirge aus Wolken und die lassen der Sonne kaum eine Chance. In der kalten Jahreszeit ist das hier mitunter ein wochenlanger Dauerzustand, so wie im Winter vor zwei Jahren. Das war hart, ich kann Ihnen sagen.

Nach einem ausgiebigen Bad ist mir jetzt herrlich warm, ich bin wohlig geschafft und die Sporthormone schießen ins Kraut. Haha. Das Allerherrlichste heute ist aber, dass morgen kein Wecker klingeln wird, weil eine Woche Urlaub vor mir liegt. Frohlocket!!! Ich bin jetzt schon ganz weit weg von dem Thema Arbeit, abschalten konnte ich erstaunlicherweise schon immer gut.

Ich bin zufrieden und glücklich und überhaupt ist alles total dufte gerade.

 

Zwei Menschen sagen «ich liebe dich» oder denken und fühlen es gegenseitig, und doch verbindet jeder damit eine andere Vorstellung, ein anderes Leben, vielleicht sogar eine andere Farbe, ein anderes Aroma oder einen anderen Duft innerhalb der abstrakten Summe von Eindrücken, die das Seelenleben ausmacht.

Fernando Pessoa

 

 

Der große Plan

Vorhin, als ich mich dem Abwasch des Mittagsgeschirrs gewidmet habe, dachte ich ein wenig nach. Ich kann bei solchen Tätigkeiten herrlich nachdenken, trete in Zwiesprache mit mir selbst und fühle mich danach bestens “durchgelüftet”.

Irgendwie kam ich auf den Sinn unseres Seins zum Grübeln.
Warum sind wir eigentlich hier?
Haben wir eine Aufgabe?
Oder sollen wir nur sein?

Endlich!

Zunächst einmal, ich glaube nicht an Zufälle. Ich glaube daran, dass sich unsere Seele den Weg mit allem Drum und Dran ganz bewusst vor der Geburt genauso ausgewählt hat. ‘Das kann nicht sein!’ werden einige aufschreien. ‘Wer sucht sich solch Quälerei freiwillig aus?’ Stimmt, das macht keinen Sinn. Weiß man aber um die Unsterblichkeit der Seelen, darum, dass wir alle bewusst oder unbewusst einem großen Plan folgen, dann erscheint alles vollkommen logisch.

Ich bin lange Zeit meines Lebens wie ein Lemming sämtlichen gesellschaftlichen Normen hinterhergedackelt, gefangen in der Matrix, reagierend wie die breite Masse, lebend wie beinahe alle. Es war mein seelischer Niedergang (interessant zu lesen), der meinen Blick in andere Richtungen führte, der zu einem langsamen Erwachen führte. Da muss es noch mehr geben als Schlafen, Arbeiten, Geld verdienen, Geld ausgeben, diesem Roboterleben, bis man irgendwann völlig verbittert in der Kiste landet, weil der wahre Sinn immer im Verborgenen geblieben ist.

Vor mehr als zehn Jahren begann mein wirkliches Leben. Ich habe mich auf den Weg gemacht, auf den wirklich mühsamen Weg, mein Potenzial zu entdecken, herauszufinden, was wirklich zählt in diesem Leben. Ein bisschen anders habe ich bereits von Geburt an getickt. Ich kam auf die Welt und war Vegetarier, Fleisch hat meine Mutter mir stets vergeblich angeboten, bereits als Kleinkind habe ich ihr jeden Versuch stante pede entgegengebröselt. Immer schon war ich ein Einzelgänger, nie mochte ich, was die breite Masse anhimmelte. Ich habe stets hinterfragt, was anderen normal erschien. Heute haben sich all diese Dinge noch verstärkt und ich entfalte mein wahres Ich immer mehr.

Die erschreckende Oberflächlichkeit, mit der viele Menschen durch ihr Leben gehen, ist nicht meins.
Ich lebe in Achtsamkeit. Ich achte auf meine Ernährung. Ich achte auf meine Gedanken. Ich achte auf mein Handeln. Ich achte auf meine Sprache.
Ich lebe in Liebe. Ich erwarte keine Liebe. Ich gebe sie jedem, der sie brauchen kann. Und bekomme dann so viel mehr zurück. Täglich spür- und erlebbar in meiner Arbeit. Lächeln Sie doch einfach mal einen Menschen auf der Straße aus tiefstem Herzen an. Sie werden staunen, die meisten Menschen lächeln zurück, sie können nicht anders.
Ich lebe in Dankbarkeit. Für mich ist nichts selbstverständlich und normal. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Ich habe immer satt zu essen. Ich lebe in Frieden. DANKE!!
Ich lebe Mitgefühl. Ich lebe Transformation. Ich lebe Bewusstsein. Ich LEBE.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, wird niemals wirklich ankommen. Ich bin immer auf dem Weg, der sich als beste Entscheidung meines Daseins herauskristallisiert. Mein Glück sieht ganz anders aus als das der Menschen die mich meistens umgeben. Ich freue mich, wenn ich einen Sonnenaufgang sehen kann. Ich freue mich über jedes Lächeln von anderen Menschen. Ich freue mich an einer Umarmung aus tiefstem Herzen. Ich freue mich über einen Apfel, den ich langsam auf der Zunge zergehen lassen kann. Ich freue mich über die Liebe der Menschen, die in meinem Herzen wohnen, die mir mit ihren Gesten und Worten ein gewaltiges Sprungtuch aus Zuneigung formen. Ich freue mich, wenn ich im Handkusshaus einer älteren Dame begegne, deren Gesichtsausdruck sich sofort zu einem entspannten Lächeln wandelt, wenn sie mich erblickt. Ich freue mich, wenn ich einen Schmetterling photographieren darf. Ich freue mich, wenn ich in der Stille sein darf bei dem vielen Lärm dieser Welt. Ich freue mich über mein persönliches Vorankommen. Wie Bolle.

Geld, Haus und Autos sind mir scheißegal. Das sind Dinge, mit der meine Seele nichts aber auch gar nichts anfangen kann. Sie bringen mich nicht weiter und wenn ich eines Tages von dieser Welt gehe, kann ich nichts davon mitnehmen. Deshalb habe ich mich befreit von all den Paradigmen der alten Welt und habe mich mit einigen wenigen anderen Menschen auf den Weg gemacht. Aber, wir werden immer mehr. Yeah.

Und so lebe ich. Wirklich. Ich existiere nicht nur. Ich lebe.
Das gibt Selbstvertrauen und stärkt meine Kraft für den weiteren Weg.
 
 

P.S.: Übrigens, selbst am letzten Tag des Lebens kann man sich noch umentscheiden. Hin von der alten zur neuen Welt. Weg von dem Materialismus hin zu Liebe und Mitgefühl. Es ist niemals zu spät, neu zu beginnen.

 

Der seelisch gesunde Mensch ist der produktive und nicht entfremdete Mensch, der liebend zur Welt in Beziehung tritt und seine Vernunft dazu benutzt, die Realität objektiv zu erfassen; es ist der Mensch, der sich selbst als eine einzigartige individuelle Größe erlebt und sich gleichzeitig mit seinen Mitmenschen eins fühlt, der sich keiner irrationalen Autorität unterwirft und freiwillig die rationale Autorität seines Gewissens und seiner Vernunft anerkennt, der sich sein ganzes Leben lang im Prozeß des Geborenwerdens befindet und der das Geschenk seines Lebens als die kostbarste Chance ansieht, die er besitzt.

Erich Fromm

 

 

Pleiten, Pech und Sonntag

Na das ist mal ein Tag, ich muss schon ein wenig kichern, was einem an einem recht harmlos beginnenden Sonntag alles passieren kann.

Wir sind gemütlich in den Tag gestartet, es gab einen feinen Sonnenaufgang zu bestaunen … Und dann habe ich mir mal wieder richtig schön beim Kochen in den Daumen gesäbelt. Rechter Daumen, die denkbar blödeste Stelle für einen Rechtshänder. Der Teenager hat sich gut gemacht als Rettungssanitäter, er hat den Daumen mehrmals mit einem frischen Pflaster versorgt. Er ist schon so ein Schätzelchen.

Nach einem kleinen Mittagspäuschen habe ich mich mit dem Fahrrad auf die übliche Tour begeben.

Herbst

Auf zum ersten Aufstieg an diesem Tag

Pause am See

Am See lege ich jetzt immer eine Pause ein und tanke Sonne. Das muss sein.

Pause am See

SONNtagshimmel

Auf dem Rückweg ist es passiert. Ungefähr zwei Kilometer vor meinem Zuhause bin ich durch Laub am Wegesrand gefahren, es machte laut ‘Peng!’ und dann ‘Pfffffrrrrttt!’ und schon war der Hinterreifen innerhalb von zwei Sekunden platt wie ne Briefmarke. Gnah, WAAAARUUUUUUMM??? Okay, wer sein Fahrad liebt, der schiebt. Ich hatte dabei die ganze Zeit einen Ohrwurm:D Immerhin ist das nach den vielen Jahren, in denen mir mein Drahtesel schon treue Dienste leistet, die allererste Panne. Es sei ihm verziehen. Morgen wird der Ferien-Teenager das Rad zur nahen Werkstatt bringen für neue “Hufe”.

Ich kann immer noch lächeln, jetzt erst recht, solche Kleinigkeiten werfen mich nicht mehr aus der Bahn. Der Tag war trotzdem schön und ich bin zufrieden und habe jetzt noch 5 Arbeitstage vor mir und freue mich schon sehr auf eine Woche Uuuuurlaub. Gehen wir es an, LÄCHELN nicht vergessen!

 

Wenn ihr wirklich lernt, lernt ihr während eures ganzen Lebens, und dann gibt es keinen speziellen Lehrer, von dem man lernt. Dann lehrt euch alles – ein totes Blatt, ein fliegender Vogel, ein Duft, eine Träne, der Reiche und der Arme, die Weinenden, das Lächeln einer Frau, der Hochmut eines Mannes, ihr lernt von allem, und deshalb gibt es keinen Führer, keinen Philosophen, keinen Guru mehr.

Krishnamurti

 

 

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