Pleiten, Pech und Sonntag

Na das ist mal ein Tag, ich muss schon ein wenig kichern, was einem an einem recht harmlos beginnenden Sonntag alles passieren kann.

Wir sind gemütlich in den Tag gestartet, es gab einen feinen Sonnenaufgang zu bestaunen … Und dann habe ich mir mal wieder richtig schön beim Kochen in den Daumen gesäbelt. Rechter Daumen, die denkbar blödeste Stelle für einen Rechtshänder. Der Teenager hat sich gut gemacht als Rettungssanitäter, er hat den Daumen mehrmals mit einem frischen Pflaster versorgt. Er ist schön so ein Schätzelchen.

Nach einem kleinen Mittagspäuschen habe ich mich mit dem Fahrrad auf die übliche Tour begeben.

Herbst

Auf zum ersten Aufstieg an diesem Tag

Pause am See

Am See lege ich jetzt immer eine Pause ein und tanke Sonne. Das muss sein.

Pause am See

SONNtagshimmel

Auf dem Rückweg ist es passiert. Ungefähr zwei Kilometer vor meinem Zuhause bin ich durch Laub am Wegesrand gefahren, es machte laut ‘Peng!’ und dann ‘Pfffffrrrrttt!’ und schon war der Hinterreifen innerhalb von zwei Sekunden platt wie ne Briefmarke. Gnah, WAAAARUUUUUUMM??? Okay, wer sein Fahrad liebt, der schiebt. Ich hatte dabei die ganze Zeit einen Ohrwurm:D Immerhin ist das nach den vielen Jahren, in denen mir mein Drahtesel schon treue Dienste leistet, die allererste Panne. Es sei ihm verziehen. Morgen wird der Ferien-Teenager das Rad zur nahen Werkstatt bringen für neue “Hufe”.

Ich kann immer noch lächeln, jetzt erst recht, solche Kleinigkeiten werfen mich nicht mehr aus der Bahn. Der Tag war trotzdem schön und ich bin zufrieden und habe jetzt noch 5 Arbeitstage vor mir und freue mich schon sehr auf eine Woche Uuuuurlaub. Gehen wir es an, LÄCHELN nicht vergessen!

 

Wenn ihr wirklich lernt, lernt ihr während eures ganzen Lebens, und dann gibt es keinen speziellen Lehrer, von dem man lernt. Dann lehrt euch alles – ein totes Blatt, ein fliegender Vogel, ein Duft, eine Träne, der Reiche und der Arme, die Weinenden, das Lächeln einer Frau, der Hochmut eines Mannes, ihr lernt von allem, und deshalb gibt es keinen Führer, keinen Philosophen, keinen Guru mehr.

Krishnamurti

 

 

Goldener Herbst

Der Herbst gibt wirklich alles. So golden, bunt und mild mag ich ihn auch sehr gern leiden. Kommt er allerdings mit tristgrauer Nebelsuppe daher, dann fehlt mir über kurz oder lang einfach die Sonne und das geht irgendwann an die Substanz. Also dann lieber Oktobersonne, die sich durch das Herbstlaub bricht und die Welt golden glänzen lässt.

Oktobermorgen

Es ging schon gut los am Morgen.

Morgenrosen

Gestern habe ich mir einen Strauß Rosen gekauft. Einfach so. Als Belohnung. Weil ich so gut bin. Und immer besser werde.

pink

Im Garten blühen die letzten Blümchen und geben dabei wirklich alles.

Herbstrose

Diese vergängliche Schönheit hat mich heute besonders angestrahlt.

Leuchtfeuer

Und dann endet dieser Tag mit einem Himmelsfeuer. Ich stand lange am Fenster und habe diese Pracht auf mich wirken lassen. Mittlerweile kann ich aus solchen Dingen viel Kraft schöpfen, ja dieser Ausblick verleiht unbändig viel Mut für alles, was Mut erfordern wird in nächster Zeit.

aufrecht

In diesen Tagen spüre ich so viel ZuFRIEDENheit und Reife, ich bin gewachsen, schneller als gedacht, höher als erwartet. Natürlich bin ich noch lange nicht am Ziel, aber auf dem Weg dorthin. So darf es gern bleiben, ich mag dieses Vorankommen. Ich mag mein Leben. Ich liebe meine Freunde. Ich liebe mich.

 

Der seelisch gesunde Mensch ist der produktive und nicht entfremdete Mensch, der liebend zur Welt in Beziehung tritt und seine Vernunft dazu benutzt, die Realität objektiv zu erfassen; es ist der Mensch, der sich selbst als eine einzigartige individuelle Größe erlebt und sich gleichzeitig mit seinen Mitmenschen eins fühlt, der sich keiner irrationalen Autorität unterwirft und freiwillig die rationale Autorität seines Gewissens und seiner Vernunft anerkennt, der sich sein ganzes Leben lang im Prozeß des Geborenwerdens befindet und der das Geschenk seines Lebens als die kostbarste Chance ansieht, die er besitzt.

Erich Fromm

 

 

Spätsommerherbst

Und so beginnt nach einer ziemlich frischen Nacht ein herrlicher Spätsommerherbsttag, einer der direkt ein bisschen Elan liefert, um den es bei mir in Zeiten des abnehmendes Lichts nicht so besonders gestellt ist.

Herbstmorgen

Ausschlafen ist wie immer nicht drin, also bin ich schluffig gemütlich in den Tag gestartet und das verschaffte mir das ein oder andere Sommergefühl. Ja, ich trauere dem Sommer hinterher. Aber es nutzt ja nichts, alle vier Jahreszeiten wollen sein.

Der Morgen

Nichtsdestotrotz genieße ich jeden Tag, der Sonne schenkt. Und so bin ich heute der herbstlichen Demotivation zum Trotz endlich wieder für 25 Kilometer aufs Fahrrad gestiegen. Ich bin sogar extra bis an den See herangefahren und habe auf einer Bank die pure Sonne getankt. Tut das gut!

Der Engel

Ich bin lange nicht mehr geradelt am Wochenende. Immer wenn der Sommer geht, verleiht er dem inneren Schweinehund magische Kräfte und raubt mir jedweden Elan. Dabei ist es ausgesprochen wohltuend, sich ein bisschen auszupowern.

Der Abend

Und so starte ich ein bisschen durchgepustet in eine neue Woche und freue mich auf das, was kommen mag, auf das, was ist und auf das, was sich verabschiedet. Alles wird gut.

 

Das ist der Sinn von allem, was einst war,
daß es nicht bleibt mit seiner ganzen Schwere,
daß es zu unserm Wesen wiederkehre,
in uns verwoben, tief und wunderbar.

Rainer Maria Rilke

 

 

Danke, mein Freund!

Du warst genau im rechten Moment da, wie ein Engel kamst du aus dem Nichts.
Deine Weisheit und Erfahrung lehren mich auf andere Art zu leben.
Die Sichtweise ändert sich mit deiner Hilfe, Ruhe kehrt ein.
Ich fühle mich reich beschenkt und gesegnet.
Danke, einfach Danke für dein Sein.
 
Für einen Freund
 

Es gibt wohl hier und da auf Erden eine Art Fortsetzung der Liebe, bei der jedes habsüchtige Verlangen zweier Personen nacheinander einer neuen Begierde und Habsucht, einem gemeinsamen höheren Durste nach einem über ihnen stehenden Ideale, gewichen ist: aber wer kennt diese Liebe? Ihr rechter Name ist Freundschaft.

Friedrich Nietzsche

 

 

Herbstfarben

Gestern hatten wir noch einmal Glück und durften einen wunderbaren Nachmittag im Grünen verbringen. Mit Barfußfüßen, Gemüsegrillen und Federweißen, der zumindest bei mir mal so gar nicht gehackt hat :D

pink lady

Zitrone

Kleine Sonnen

Herbsteröffnung

Rotploppsies

Irgendwann begann das große Rumpeln im Osten und wir haben uns wohlweislich auf die Räder geschwungen. Zuhause angekommen dauerte es nicht lange und es kam richtig viel vom Himmel. Ein Blitz krachte über unserem Haus vom Himmel und ließ uns hochfahren wie von der Tarantel gestochen. In der Stadt hat der niedergehende Regen einmal mehr ordentlichen Schaden hinterlassen und ich bin immer wieder froh und dankbar um unser trockenes Zuhause.

I see you

Blumenreigen

Was vom Sommer bleibt

Klaus sucht Schutz

Den heutigen Sonntag habe ich trotz Sommerwetter ganz ruhig verbracht. Vormittags zog ich noch das übliche Haushaltsgetöse durch, der Nachmittag gehörte mir allein, der Teenager zog die Natur vor. So habe ich mich auf die Couch gepackt und voller Inbrunst in den bewegten Himmel geschaut. Eine Wohltat. Ich nehme mir seit einiger Zeit genau die Zeit für mich, die ich unbedingt brauche. Und habe keinerlei schlechtes Gewissen. Ausruhen muss einfach sein.

Morgen schon beginnt die siebenunddreißigste Woche in diesem Jahr. Aufregende Zeiten sind das. Hui. Ich liebe es.

 

Du darfst auf keinen Fall deinen inneren Frieden verlieren, auch dann nicht, wenn die ganze Welt aus den Fugen zu geraten scheint.

Franz von Sales

 

 

Morgens im September

Als die Sonne aufging, war der Morgen ganz still und zaghaft. Die Ruhe der Nacht lag auf diesem Morgen, auf dessen Grund zarter Nebel wie ein Schleier ruhte, bevor ihn die erstaunlich kraftvolle Sonne auflösen würde …

Septembermorgen

Morgens im September, wenn ich wie immer viel zu früh die Nachtruhe beende, bleibt mir viel Zeit zum nachdenken und resümieren und obwohl seit ein paar Tagen die Supermärkte an der Naschwaren-Front bereits das Jahresende einläuten, während wir noch dem Sommer nachtrauern, so ein kleines Zwischenfazit zu Zweitausendvierzehn muss einfach sein.

Im Vorjahr dümpelte alles mehr oder weniger in einer Art Dornröschenschlaf dahin. Es gab keine nennenswerten Höhepunkte, alles lief. Irgendwie. Dieses Ruhejahr habe ich vermutlich auch gebraucht, denn mit dem Beginn des neuen Jahres ging hier stante pede die Post ordentlich ab.

Wenn ich dem Jahr ein Thema verpassen könnte, dann wäre dies wohl “Loslassen”. In mancherlei Hinsicht kann ich gut loslassen, während andere Baustellen sich zwar immer wieder in den Fokus rücken, aber die emotionale Verhaftung damit ist so enorm, dass ich mir Zeit und noch mehr Zeit einräumen muss, diese Themen loszulassen. Dazu gehört es auch, alle Sorgen und Nöte anzunehmen, als Schicksal, als Weg, als was auch immer. Nicht zu verwechseln mit ‘gut finden’, nein, ich akzeptiere, dass ich für eine gewisse Zeit das Jobcenter im Nacken sitzen hatte, ich lehne mich nicht dagegen auf, ich wehre mich nicht, sondern akzeptiere, dass diese Erfahrung zu meinem Weg dazugehört. Ganz ehrlich, bislang gab es nicht ein Erlebnis, von dem ich im Nachhinein sagen musste, es hat mir nichts gebracht. Jeder Griff ins Klo, jeder Schmerz, alle Ängste haben mich zu dem werden lassen, was ich jetzt bin. Ich hadere nicht mit meinem Schicksal, ich nehme es an. Amor fati.

Und so lasse ich in diesem Jahr die Themen schlechthin einfach los, als wäre ich über Nacht zum Lolassungsvollprofi gereift. Manchmal staune ich wirklich über mich selbst und bin mir sicher, damit baue ich an einem sicheren Fundament für das, was im nächsten Jahr Thema sein wird. Ich habe vor vier Wochen eine Entscheidung getroffen, eine, die auch sehr viel mit dem Loslassen zu tun hat und bewege mich in kleinen Schritten auf deren Umsetzung hin. Und wie alles so funktioniert, wie gut es sich anfühlt tief in mir drinnen, bin ich auf dem richtigen Weg.

Ich bin sehr dankbar.
Für die Kraft, die in mir wohnt.
Für die Hoffnung, die ich nie so ganz verliere.
Für die Menschen, die mich lieben.
Für mein Schicksal.
 

Das ist nicht Sommer mehr, das ist September … Herbst:
diese großen weichen Wolken am Himmel,
diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne
und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen
der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer …
und diese süße weiche Müdigkeit und diese
frohe ruhige Stille überall und trotzdem wieder
diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft …
das ist nicht Sommer … das ist Herbst.

Cäsar Otto Hugo Flaischlen

 

 

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